Marktberichte

Sorgen um Europa Wall Street deutlich im Minus

Die Kurserholung an der Wall Street legt eine Verschnaufpause ein. Vor der Rückkehr der "Troika" nach Griechenland halten viele Anleger ihr Pulver trocken und ziehen sich noch aus den Märkten zurück - die Kurse fallen auf breiter Front. Der Nervosität ist zurück.

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(Foto: AP)

Nach der jüngsten Kurserholung kehrt an der Wall Street wieder Vorsicht ein. Die Börsenbarometer in New York notierten am Mittwoch wieder deutlich im Minus. An den drei vergangenen Handelstagen hatten sie noch deutlich zugelegt, weil die Anleger auf Fortschritte bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise spekulierten. Sie reagierten insbesondere auf Diskussionen, den Euro-Rettungsschirm EFSF zu stärken.

Mit einer gewissen Nervosität wartet der Markt auf die Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Erweiterung des Rettungsschirms am Donnerstag. "Immer wenn am Markt mehr Emotionen und Hoffnungen als harte Fakten im Spiel sind, dreht das Sentiment sehr schnell", erläuterte Marktstrategin Kate Warne von Edward Jones den Stimmungsumschwung.

Dow Jones
Dow Jones 28.132,05

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging in New York 1,6 Prozent tiefer bei 11.011 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,1 Prozent auf 1151 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 2,2 Prozent auf 2492 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,9 Prozent tiefer mit 5578 Punkten.

"Windowdressing"

"Wir fingen heute etwas überkauft an nach den jüngsten Gewinnen", kommentierte Marktanalystin Katie Stockton von MKM Partners das Handelsgeschehen an der Wall Street. "Ein kleiner Rücksetzer hatte sich abgezeichnet, und den haben wir jetzt." Geprägt wurde die Marktentwicklung auch von dem sogenannten "Windowdressing" vor dem Quartalsende. Um ihre Dreimonatsbilanz aufzuhübschen, kaufen Fondsmanager häufig noch rasch Aktien, die sich gut entwickelt haben, und trennen sich von solchen, die schlecht gelaufen sind.

Zu den stärksten Verlierern zählten Rohstoffwerte. Der Branchenindex verlor 2,3 Prozent. Zuletzt hatten die Titel noch besonders deutlich zugelegt.

Amazon greift Apple an

Im Fokus standen zudem die Aktien von Amazon und Apple . Der weltgrößte Onlinehändler will den iPad-Hersteller ab Mitte November mit einem eigenen Tablet-Computer angreifen. Dabei setzt Amazon auf einen Kampfpreis von 199 Dollar für das Gerät, dass damit weniger als die Hälfte des Apple-Einsteigermodells kostet. Die Aktien von Amazon legten 2,5 Prozent zu, die Papiere von Apple büßten 0,6 Prozent ein. 

Zu den Gewinnern im Dow gehörten anfangs auch Microsoft. Der Kurs stieg um 1,5 Prozent, nur um dann 0,4 Prozent im Minus aus dem Handel zu gehen. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung gab eine Kooperation mit dem Softwaregiganten bei Betriebssystemen für Smartphones bekannt.

Rohstoffe gegen Telekommunikation

Zu den größten Verlierern zählten die rohstoffwerte: Alcoa gaben mehr als 4,0 Prozent ab, was mit fallenden Rohstoffpreisen erklärt wurde.

Die zuletzt hoch volatilen Eastman Kodak fielen um 3,0 Prozent. Moody's stufte die Bonität des Fotopioniers um eine Stufe ab. Die Ratingagentur geht davon aus, dass Kodak im kommenden Jahr weiterhin mit Geldabflüssen zu kämpfen haben wird. Ausgelöst wurden die Sorgen zu Wochenbeginn, als Kodak ankündigte, 160 Mio. Dollar aus einer Kreditlinie von 400 Mio. Dollar nutzen zu wollen.

Die Aktien von Accenture verteuerten sich zeitweise um mehr als 3,0 Prozent. Am ende standen aber auch hier Verluste in den Büchern: 0,3 Prozent. Die Unternehmensberatung verbuchte im vierten Quartal einen Gewinnsprung von 37 Prozent. Auch der Ausblick sei dank starker Aufträge gut ausgefallen, hieß es im Handel. Paychex gewannen 0,9 Prozent, die Abrechnungsgesellschaft übertraf im ersten Quartal die Erwartungen.

Quelle: n-tv.de, rts/DJ/dpa