Marktberichte

Hilfszusagen sind Treibstoff Wall Street kämpft sich zurück

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Die wichtigen Indizes erholten sich an den US-Börsen.

(Foto: REUTERS)

Nach dem historischen Debakel zu Wochenbeginn erobert die Wall Street einen Teil des verlorenen Terrains zurück. Allerdings ist die Nervosität weiter groß, denn an der übergeordneten Gemengelage hat sich nichts verändert. Die USA kündigen aber massive Hilfen an.

Mit Zusagen staatlicher Hilfen zur Vorbeugung einer Konjunkturdelle und der Aussicht auf milliardenschwere Steuersenkungen zur Ankurbelung des privaten Konsums haben an den US-Börsen die Käufer den Handel dominiert. Auch wenn die Kursgewinne teils deutlich zulegten - die massiven Einbrüche vom Vortag konnten nur zu einem Teil aufgeholt werden.

Allerdings verlief der Handel sehr volatil, denn die Verunsicherung bei den Investoren ist weiterhin hoch. Die übergeordneten Belastungsfaktoren mit der weiteren globalen Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie und dem von Saudi-Arabien ausgelösten Öl-Preiskrieg blieben bestehen. Auch die Sorgen vor einer globalen Rezession, ausgelöst durch die negativen Auswirkungen der Virus-Epidemie bestehen weiter. "Ich sehe noch weiteres Abwärtspotenzial für den Markt, vor allem aufgrund der Tatsache, dass wir keine belastbaren Daten über die Virus-Auswirkungen in den USA haben", sagte Donald Calcagni, Chief Investment Officer bei Mercer Advisors.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 4,9 Prozent bei 25.018 Punkten und holte damit mehr als die Hälfte der Vortagesabgaben auf, als er mit 7,8 Prozent den größten Tagesverlust seit der Finanzkrise 2008 verzeichnet hatte. Der S&P-500 kletterte ebenso um 4,9 Prozent auf 2882 Punkte. Der Nasdaq-Composite legte um 5,0 Prozent auf 8344 Stellen zu. Auch am Anleihemarkt standen die Zeichen auf Entspannung. Die Renditen zogen nach ihrem Einbruch am Vortag deutlich an.

Ölpreise ziehen an - Gold konsolidiert

Ebenfalls kräftig nach oben ging es für die Ölpreise nach dem Einbruch am Vortag. Ausgelöst hatte den Preisabsturz Saudi-Arabien mit der Ankündigung, die Ölförderung stark zu erhöhen und zudem die Preise zu senken, nachdem man sich mit Russland nicht auf eine Förderdrosselung hatte einigen können. Hier gab es am Markt nun Hoffnungen, den Konflikt doch noch im Rahmen von Gesprächen lösen zu können, hieß es. WTI stieg um fast elf Prozent auf 34,52 Dollar je Barrel. Brentöl legte um knapp zehn Prozent auf 37,72 Dollar zu.

Der Goldpreis gab nach zuletzt drei Handelstagen mit Gewinnen leicht nach. "Es ist nicht schlecht für den Goldpreis, um die Marke von 1650 Dollar zu konsolidieren", so Jeff Wright, Executive Vice President von GoldMining. Die Nachfrage dürfte angesichts der Entwicklungen der Coronavirus-Epidemie weiter hoch bleiben, hieß es. Die Feinunze verlor 1,5 Prozent auf 1.646 Dollar.

Airlines gesucht

Gesucht waren die Sektoren, die in den vergangenen Tagen unter Druck gestanden hatten: So ging es für die Titel der Fluggesellschaften deutlich nach oben. Zum einen haben die Airlines den weiteren Abbau von Überkapazitäten angekündigt, zum anderen stellte US-Präsident Trump Hilfen für die Fluggesellschaften in Aussicht. Für die Aktien von United Airlines Holdings ging es um 12,3 Prozent aufwärts und American Airlines Group gewannen 15,3 Prozent.

Eine Erholung zeigte auch der Energie-Sektor, der um 5,0 Prozent zulegte. Dieser hatte am Vortag mit dem Einbruch der Ölpreise ein Minus von rund 20 Prozent verzeichnet.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ