Marktberichte

Wenn die Haltefrist abläuft ... Wall Street zieht's abwärts

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Geschäftszahlen liefern die Impulse für die US-Anleger.

(Foto: AP)

Mit Schmackes sieht anders aus: Dow und Co. geben ab, die Gründe dafür liegen aber nicht nur in der politischen Gemengelage rund um die Ukraine. Vielmehr enttäuschen einzelne Unternehmen - und Twitter.

Die Anleger an der Wall Street haben am Dienstag Kaufimpulse vermissen lassen. Die Berichtssaison zeigte sich allenfalls durchwachsen, stimulierende Konjunkturdaten blieben aus. Im Hintergrund schwelte weiter die ungelöste Ukraine-Krise. Wie so oft in jüngster Zeit bekamen vor allem die Wachstumswerte aus dem Technologiebereich die Kaufunlust zu spüren. Vielen Anlegern erscheinen die Kurse hier zu hoch, nachdem die Titel lange Zeit besonders beliebt waren. Hinzu kam der Einbruch der Twitter-Aktie, wo die sechsmonatige Haltefrist auslief.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,8 Prozent auf 16.401 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,9 Prozent nach auf 1867 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte 1,4 Prozent ab auf 4080 Stellen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,7 Prozent mit 9467 Zählern aus der Sitzung.

Es gab eine Reihe zuversichtlicher Stimmen, die die Tagesverluste nicht tragisch nahmen. Der Markt sei weit entfernt von einer Verkaufspanik gewesen, hieß es. "Es ist ziemlich ruhig", sagte zum Beispiel Joe Saluzzi von Themis Trading, der überdies betonte, dass die Indizes sehr nah an ihren Allzeithochs notieren. Adam Grimes von Waverly Advisors vermochte keinen handfesten Grund für die Verkäufe zu entdecken. Der Umsatz sei nur recht dünn und die Teilnehmer etwas nervös. Für Langfristinvestoren bestehe kein Grund zur Sorge, denn die wirtschaftliche Erholung setze sich fort.

Händler Steve Weeple von Standard Life Investments stieß ins selbe Horn: "Der Markt bleibt im Aufwärtsmodus". Dass das jüngste Kauf- und Übernahmefieber anhält, wertet er als positives Zeichen, das von Vertrauen in die Zukunft zeuge.

AIG belasten S&P-500

In New York ließen vor allem Finanzwerte Federn. Der entsprechende S&P-Index tendierte 0,7 Prozent tiefer. American International Group (AIG) büßten 4,1 Prozent ein. Der Versicherungskonzern hatte einen Gewinneinbruch um 27 Prozent bekanntgegeben.

Raus aus Twitter

Im Mittelpunkt des Aktienmarkts stand das Twitter-Papier. Die Haltefrist für Altaktionäre des Kurznachrichtendiensts lief aus, damit wurden 489 Millionen Anteile neu handelbar - ein ziemlicher Brocken. Das Papier brach denn auch um knapp 18 Prozent ein, der Tagesumsatz beim zehnfachen des Üblichen.

Der deutsche Bayer-Konzern ist bei der Suche nach einer Erweiterung des eigenen Geschäfts bei Merck & Co fündig geworden. Für 14,2 Milliarden US-Dollar geht die Konsumentengesundheitssparte von Merck in den Besitz der Leverkusener über. Die Aktie des US-Pharmakonzerns fiel 2,6 Prozent.

Athenahealth brachen knapp 14 Prozent ein, nachdem sich Großinvestor David Einhorn negativ über den Wert geäußert hat. Er macht beim Kurs Abwärtspotenzial in der Größenordnung von 80 Prozent aus.

Zu den Gewinnern zählten dagegen Office Depot, die mehr als 15 Prozent in die Höhe schossen. Der Büroartikel-Händler hob seine Gewinnprognose an und kündigte die Schließung von mindestens 400 Filialen in den USA an. Seine Quartalsergebnisse fielen dank Kostensenkungen besser aus als erwartet.

Im Blick stand auch Apple. Die Titel notierten etwas tiefer knapp unter 600 Dollar, nachdem sie am Montag zum ersten Mal seit Ende 2012 über diese Marke gestiegen war.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/DJ

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