Marktberichte

Oracle machte Anlegern Sorgen Zypern-Krise trifft Wall Street

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In Europa herrscht Alarmstufe Rot.

(Foto: AP)

Nun schwappen die Probleme der Eurozone auch nach Übersee. Das Thema Zypern beschäftigt die US-Anleger und lässt die Kurse fallen. Dazu bereiten auch einzelne Quartalsberichte Sorgen. So brechen etwa die Titel von Oracle ein.

Befürchtungen über eine Pleite Zyperns und damit ein Comeback der Eurokrise haben die Wall Street am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Börsen in den USA folgten damit den europäischen Finanzplätzen ins Minus. Schlechter als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse des Technologiekonzerns Oracle verstärkten den Effekt. "Die Unsicherheit in Zypern hat die Investoren vorsichtiger werden lassen", sagte Chad Morganlander von Stifel, Nicolaus & Co in New Jersey.

Der Dow Jones Industrial schloss 0,6 Prozent tiefer bei 14.421 Punkten. Der marktbreitere S&P-500 verlor 0,8 Prozent auf 1546 Punkte. An der technologielastigen Nasdaq Börse fiel der Nasdaq Composite 1,0 Prozent auf 3223 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 1,1 Prozent auf 2775 Punkte. "Wir haben nicht das Gefühl, dass die Schuldenprobleme in Europa gelöst sind. Das könnte dazu führen, dass der Markt an dieser Stelle eine Weile pausiert", sagte ein US-Börsianer.

Der Rettungspoker um Zypern war erneut das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Die Europäische Zentralbank will den Banken des Inselstaats nur bis kommenden Montag Hilfskredite gewähren und Russland lehnt neue Darlehen oder die Verlängerung bald auslaufender Kredite ab. Die politischen Parteien Zyperns einigten sich unterdessen auf die Bildung eines Solidaritätsfonds, mit dem die Pleite abgewendet werden soll. Der Fonds soll mit Kapital von Kirche, Rentenkassen und anderen Einrichtungen gefüllt werden und Staatsanleihen ausgeben. Auch die zyprische Notenbank soll mit ihren Goldreserven dazu beitragen und damit die in der Bevölkerung verhasste Zwangsabgabe für zyprische Sparer unnötig machen. Nach Sitzungsende teilte die Ratingagentur S&P mit, Zypern von "CCC+" auf "CCC" abgewertet zu haben.

Die US-Konjunktur sendete uneinheitliche Signale, wobei vor allem frische Statistiken vom Immobilienmarkt enttäuschten. Positiv überraschte hingegen ein ungewöhnlich freundliches Geschäftsklima in der Region Philadelphia sowie der unerwartet stark gestiegene Frühindikatoren-Index.

Von HP bis Nike

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Oracle im Fokus, die am Ende des Nasdaq 100 um fast 10 Prozent einbrachen. Das rasante Wachstum des Software-Konzerns war im 3. Geschäftsquartal abrupt zum Erliegen gekommen. Der SAP-Konkurrent hatte einen Umsatzrückgang verbucht und verfehlte die Markterwartungen. Der Gewinn hatte stagniert.

Auch die Papiere von J.C. Penney standen auf den Verkaufszetteln der Anleger: Sie gaben um 4 Prozent nach. Der US-Handelsriese hatte zuvor mitgeteilt, die Probleme in der Geschäftsentwicklung dauerten länger an als zunächst gedacht.

Im Dow waren die Cisco-Papiere nach einer negativen Analystenstudie Tagesverlierer mit einem Minus von knapp 4 Prozent.

Nike-Anteilsscheine verloren im regulären Geschäft mehr als 2 Prozent. Nach Handelsschluss gab der Sportartikelkonzern seine Quartalszahlen bekannt, die offenbar sehr gut ankamen. Die Aktien kletterten im nachbörslichen Geschäft um über 8 Prozent nach oben.

Die Titel von Hewlett-Packard büßten mehr als 2,5 Prozent ein. Auf der Hauptversammlung hatte der Computerhersteller einen Denkzettel verpasst bekommen. Die Aktionäre hatten einige Verwaltungsratsmitglieder nur mit einem sehr geringen Stimmenanteil wiedergewählt. Konzernchefin Meg Whitman war hingegen mit 98 Prozent Zustimmung im Amt bestätigt worden.

Yahoo gewannen nach einem positiven Analystenkommentar als attraktivster Wert im Nasdaq 100 knapp 3,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, DJ/rts/dpa

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