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Nach deutschem Vorbild Abwrackprämie in Italien

Die italienische Regierung greift der Autoindustrie des Landes mit einem milliardenschweren Hilfspaket unter die Arme. Im Gegenzug müssten die Autobauer ihre Werke in Italien halten und die Zulieferer bezahlen, sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Kreisen zufolge enthält das Paket unter anderem Anreize für Pkw-Käufer.

Kunden sollen demnach eine Prämie von bis zu 1500 Euro für ihr altes Fahrzeug beim Kauf eines umweltfreundlicheren Neuwagens erhalten. Anders als bei der deutschen Abwrackprämie erhalten auch Zweirad-Halter Geld, wenn sie ihren Roller oder ein Motorrad gegen einen umweltfreundliches Kraftrad umtauschen. Den Angaben zufolge sind dafür 500 Euro vorgesehen.

"Die Autoindustrie muss sich bemühen, Italien als Werksstandort zu halten, in neue Produkte zu investieren und die Zulieferer pünktlich zu bezahlen", erklärte Berlusconi. Er erhoffe sich einen Konsumanstieg von 0,5 bis 1 Prozent. Ermäßigungen oder gar ein Erlass der Kfz-Steuer, wie etwa in Deutschland, ist in dem Maßnahmenpaket nicht vorgesehen.

Verbraucherschutzverbände bezeichneten die neuen Maßnahmen daher als "unzureichend". Die Autozulassungen in Italien waren im Januar im Vergleich zu 2008 um ein Drittel gesunken.

Die Autoindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens und die Fiat-Gruppe der größte Arbeitgeber und Industriekonzern des Landes. Die Fiat-Aktie legte an der Börse nach Bekanntgabe des Anti-Krisen-Pakets um 6,8 Prozent zu.

Auch das Sofa abwrackbar

Zuvor hatten bereits Frankreich, Großbritannien und Deutschland Abwrackprämien eingeführt. In Italien soll sich der Kabinettsbeschluss darüber hinaus auch auf Anreize für die Möbel- und Haushaltsgeräteindustrie erstrecken. Für Einkäufe im Wert von über 10.000 Euro sollen Kunden hier den Kreisen zufolge Steuervergünstigungen von 20 Prozent erhalten. Insgesamt beläuft sich das Hilfspaket auf über zwei Milliarden Euro.

Damit versucht die italienische Regierung erneut, die heimische Wirtschaft inmitten der globalen Finanzkrise zu stützen. Im November war bereits ein umfassender Plan zum Ankurbeln der Konjunktur bewilligt worden.

Quelle: n-tv.de

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