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Kurssprünge bei Hypothekenbanken Countrywide vor der Übernahme

Das Finanzinstitut Bank of America (BOA) führt Kreisen zufolge Gespräche über einen Kauf der angeschlagenen US-Hypothekenbank Countrywide. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus mit der Sache vertrauten Kreisen erfuhr, befinden sich die Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium. Auch das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen über die Gespräche. Ein BOA-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Countrywide-Vertreter waren zunächst nicht zu erreichen.

Die Nachricht ließ die Countrywide-Aktie um 51 Prozent auf 7,75 Dollar steigen. Die US-Börse Nyse teilte mit, sie habe Countrywide wegen der starken Veränderung um eine Stellungnahme gebeten. Der Konzern habe dies jedoch abgelehnt. BOA-Titel legten um 1,5 Prozent auf 39,30 Dollar zu. Auch andere Hypothekenbanken erhielten Auftrieb. Washington Mutual-Papiere stiegen um 14,75 Prozent und die von Indymac Bancorp um 23 Prozent.

Spekulationen über Insolvenz


Noch am Vortag war an den Märkten über einen Konkurs von Countrywide spekuliert worden. Nach dem Bericht wurde eine Zahlungsunfähigkeit als unwahrscheinlicher gesehen: Der Risikoaufschlag für Swaps zur Absicherung gegen Zahlungsausfall verringerte sich deutlich.

"Jemand muss die massiven Verluste einstecken, die es mit sich bringen wird, Countrywide wieder aufzurichten", sagte Sean Egan von Egan-Jones Ratings. "Das ist machbar, aber die Kosten werden exorbitant sein. Aus Countrywides Sicht ist ihre beste Chance auf Rettung."

Countrywide wurde von der Hypothekenkrise in den USA schwer getroffen und hat seit Ende Juli 11.000 Stellen abgebaut. Betrug der Marktwert im Februar noch 26 Milliarden Dollar, liegt er nun bei 4,8 Milliarden. BOA, die zweitgrößte Bank der USA, hatte im August zwei Milliarden Dollar in das Institut investiert.

Quelle: n-tv.de

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