Meldungen

Das Bangen geht weiter Kein Geld für IKB

Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB kann offenbar nicht mit weiteren Finanzspritzen der deutschen Kreditwirtschaft rechnen. Die an der Rettungsaktion der IKB im Sommer beteiligten Verbände von Genossenschaftsbanken, Sparkassen und privaten Instituten seien nicht bereit, mehr Geld in das Düsseldorfer Geldhaus zu stecken, verlautete am Freitag aus Finanzkreisen. Zuvor hatte es geheißen, dass bei der IKB etwa 300 bis 400 Millionen Euro zusätzlich nötig sein könnten.

Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, wollte sich in Frankfurt nicht im Einzelnen zu den Gesprächen äußern. Ihm lägen keine konkreten Zahlen vor, sagte der Commerzbank-Chef am Rande einer Bankenveranstaltung. Er setze aber darauf, dass die Kreditwirtschaft unvermindert zur Unterstützung der wegen Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt in Bedrängnis geratene IKB bereit sei. Im BdB sind die Privatbanken organisiert. Die anderen Verbände und auch die IKB lehnten eine Stellungnahme ab.

Im Sommer hatten die Verbände mit der IKB-Hauptaktionärin KfW ein 3,5 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geschnürt und die IKB damit vor dem Kollaps bewahrt. Die staatliche Förderbank KfW trägt davon allein 2,5 Milliarden Euro, eine Milliarde Euro entfällt auf die anderen Institute. Seit Sommer haben sich die Marktbedingungen verschlechtert, wodurch die Risiken für die IKB gestiegen sind.

Die Banken aus dem Rettungspool hatten am Donnerstag erneut über die Lage der IKB beraten. Die KfW erklärte, in der Sitzung sei kein konkreter Beschluss gefasst worden. Kreisen zufolge fand zuvor auch ein Treffen der Verbände mit der Finanzaufsicht BaFin statt.

Für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende März) erwartet die IKB einen Verlust von rund 700 Millionen Euro. Die KfW lässt verschiedene Optionen für ihren 38-prozentigen Anteil prüfen. Ein Verkauf gilt als wahrscheinlichstes Ergebnis.

Quelle: n-tv.de