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Umbau eines Handelsriesen Metro hegt Verkaufspläne

Der neue Metro-Chef Eckhard Cordes baut den Düsseldorfer Handelsriesen um und prüft einen Verkauf der Warenhaus-Sparte Kaufhof. Auch wenn die Warenhäuser profitabel seien - für das Wachstum der Metro seien sie nicht entscheidend, sagte der ehemalige Mercedes- Chef Cordes am Dienstag: "Wir werden ohne Hektik alle strategischen Möglichkeiten für die Warenhäuser prüfen. Eine Option ist natürlich die Abgabe des Kaufhofs." Die renditeschwachen Real-Supermärkte erhalten eine Schonfrist von zwei Jahren. Die erfolgreichen Elektronikketten Media Markt und Saturn sollen dagegen expandieren und dazu möglicherweise an die Börse gehen.

Cordes hatte im November bei der Metro das Ruder übernommen. Er soll den Konzern für Großaktionär Haniel profitabler machen. Galeria Kaufhof sei deutlich weniger internationaler als andere Sparten, begründete Cordes die Abkehr von den Kaufhäusern. Bislang seien aber keine Gespräche über den Verkauf geführt worden. Interesse an Kaufhof wird dem Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor mit seiner der Warenhauskette Karstadt nachgesagt. "Wir nehmen die Ankündigung über Kaufhof mit Interesse zur Kenntnis und möchten sie darüber hinaus nicht kommentieren", sagte ein Arcandor-Sprecher.

Börsengang möglich

Cordes denkt auch über einen Börsengang von Media Markt und Saturn nach, um ihnen Geld für Akquisitionen in die Hand zu geben. "Ein Börsengang ist eine Option", sagte Cordes. Die Metro selbst werde auf jeden Fall börsennotiert bleiben. "Die Metro AG wird nicht zerschlagen. Aus Aktionärssicht ergibt ein solcher Schritt keinen Sinn", sagte Cordes.

Für 2008 stellte der Konzern ein Umsatzplus von mehr als sechs Prozent in Aussicht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll vor Sondereffekten sechs bis acht Prozent zulegen. An der Börse wurde die Prognose als zu konservativ angesehen. Die Aktie lag gegen Mittag über vier Prozent im Minus.

Cordes, der vor gut vier Monaten den langjährigen Metro-Chef Hans-Joachim Körber abgelöst hatte, hat Bestandsgarantien für Sparten abgelehnt, die sich mittelfristig nicht wertsteigernd entwickeln. Von den Extra-Märkten hat Metro sich schon getrennt. Der Supermarktkette Real räumt Cordes eine Schonfrist ein. "Wenn uns die Sanierung von Real Deutschland nicht gelingt, werden wir die notwendigen Konsequenzen ziehen." Zunächst will er Real mit weiteren Kostensenkungen und einer Werbekampagne in die Spur zu bringen versuchen. Drei Prozent Ebit-Marge blieben das Ziel, seien aber bis 2009 nicht zu schaffen.

Gewinn steigt

Real verzeichnete 2007 auch wegen hoher Investitionen in Osteuropa operativ 16 Millionen Euro Verlust. Die 40 schwächsten SB-Warenhäuser hätten 2007 einen Verlust von 40 bis 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Nicht alle Standorte seien zu halten, sagte Cordes, der einen Verkauf als bevorzugte Option bezeichnete.

Vom schwachen deutschen Einzelhandel konnte sich die Metro dank ihrer internationalen Aufstellung 2007 absetzen. Der Umsatz stieg - bereinigt um den Extra-Verkauf - um zehn Prozent auf 64 Milliarden Euro. In Deutschland legten die Erlöse - den Zukauf der Wal-Mart-Filialen herausgerechnet - nur um 0,7 Prozent zu, was aber allein an den Elektronikmärkten lag. Die Warenhäuser verloren auf vergleichbarer Fläche 2,5 Prozent Umsatz.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg bereinigt um Sondereffekte um 8,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt hatte Metro bis zu acht Prozent. Bis auf Real verbesserten alle Sparten ihr Ebit. Aus dem fortgeführten Geschäft blieb ein Nettogewinn von 853 (Vorjahr: 942) Millionen Euro. Die Aktionäre will Metro mit einer Dividende von 1,18 (1,12) Euro je Stammaktie daran beteiligen.

Quelle: ntv.de