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80 Prozent der US-Amerikaner wollen lieber zuhause sterben als im Krankenhaus.
80 Prozent der US-Amerikaner wollen lieber zuhause sterben als im Krankenhaus.
Donnerstag, 25. Januar 2018

Verbesserte Sterbebegleitung?: Algorithmus soll Todeszeitpunkt errechnen

Wenn sterben, dann im gewohnten und vertrauten Umfeld: Aus diesem Grund wurde eine Computerformel entwickelt, die den Zeitpunkt des Todes bei unheilbar Kranken vorhersagt. Das soll mehr Lebensqualität und Wohlbefinden in den letzten Stunden garantieren.

Wissenschaftler an der Stanford University haben einen Algorithmus entwickelt, der den Todeszeitpunkt von schwerstkranken Patienten berechnet. Die künstliche Intelligenz untersucht elektronische Patientenakten und trifft so eine relativ genaue Vorhersage der restlichen Lebenszeit von unheilbar kranken Menschen. Der Todeszeitpunkt könne so auf drei bis zwölf Monate genau bestimmt und eine optimale Palliativversorgung für den Patienten eingerichtet werden.

Der Ursprung des Algorithmus liegt in einer Studie des Universität Stanford, nach der 80 Prozent der US-Amerikaner sich wünschen, ihre letzten Stunden zu Hause verbringen zu können. Nur 20 Prozent können den Wunsch dann auch tatsächlich in die Tat umsetzen. 60 Prozent sterben in Krankenhäusern und Kliniken, während sie einer letzten aggressiven Behandlung unterzogen werden.

Zudem herrscht für die palliative Betreuung ein Fachkräftemangel in den USA. Der Algorithmus soll dazu beitragen, dass Patienten, die eine solche Behandlung bevorzugen, frühzeitig von der teuren und zeitintensiven Pflege Gebrauch machen können. Die Methode der Forscher differenziert die Krankheitsart, die Schwere und das Stadium der Krankheit, die 140.000 untersuchten Krankenakten beinhalten dazu noch die Diagnose und die entsprechende Behandlung beziehungsweise Medikation.

Die daraus entwickelte Formel wurde dann auf 40.000 weitere Krankheitsfälle angewandt. In neun von zehn Fällen stimmte die Vorhersage mit der Zeitspanne des Todeszeitpunktes überein.

Quelle: n-tv.de