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Kein Alien-Raumschiff Asteroid Oumuamua ist natürliches Objekt

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Erstaunlich langgezogen und aus den Tiefen des Alls: Sicherheitshalber haben die Forscher mal nach Alien-Signalen geschaut.

(Foto: M. Kornmesser/European Southern Observatory/dpa)

Mit seiner Erforschung mussten sich die Astronomen beeilen: Auf dem Weg durchs Sonnensystem wird Asteroid Oumuamua allmählich zu blass, um ihn weiter beobachten zu können. Außerirdische haben mit dem ungewöhnlichen Objekt offenbar nichts zu tun.

Seine Form ist ungewöhnlich: Der Asteroid Oumuamua sieht aus wie eine Zigarre und ist etwa zehnmal so lang wie breit. So etwas kannten Astronomen bislang nicht. Und noch etwas ist an Oumuamua besonders: Er stammt nicht aus unserem Sonnensystem. Bei so viel Eigenartigkeit wollten die Forscher es dann doch genau wissen: Ist Oumuamua natürlichen Ursprungs? Oder sendet er womöglich künstliche Radiosignale und entpuppt sich damit als Werk von Außerirdischen?

Auf diese Fragen gibt es jetzt Antworten. Asteroid Oumuamua ist ein natürliches Objekt. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Astronomenteam um Alan Fitzsimmons von der Queen's University Belfast, das den fremden Gast per Teleskop analysiert hat. Die Ergebnisse schildern die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Astronomy". Andere Forscher horchten den Besucher aus den Weiten des Weltalls mit dem Green-Bank-Radioteleskop in den USA ab. Doch Hinweise auf Funkverkehr ergaben sich nicht. Oumuamua ist also kein außerirdisches Raumschiff.

Der mysteriöse Asteroid ist der erste Besucher aus einem anderen Sonnensystem, der eindeutig als solcher identifiziert werden konnte. Das zigarrenförmige, etwa 400 Meter lange Objekt war am 9. September in nur einem Viertel der Erdentfernung an der Sonne vorbeigeflogen und dabei auf bis zu 300 Grad Celsius erhitzt worden. Dadurch hätte er auftauen und möglicherweise sogar zerbrechen können - denn Astronomen gehen davon aus, dass derartige Objekte zu einem erheblichen Anteil aus Eis bestehen.

"Wie eine winzige Welt aus unserem Heimatsystem"

Oumuamua aber besitze eine isolierende Schutzschicht aus Kohlenstoffverbindungen, berichten die Wissenschaftler um Fitzsimmons in "Nature Astronomy". Diese organische Schicht sei vermutlich die Folge eines Millionen oder Milliarden Jahre langen Beschusses mit kosmischer Strahlung während der Reise durch den interstellaren Raum. Berechnungen der Forscher zufolge reicht es, wenn eine solche Schutzschicht einen halben Meter stark ist, um ein möglicherweise eisreiches Inneres des Asteroiden vor dem Verdampfen zu bewahren.

Die Schutzschicht ähnele der Oberfläche von Kleinkörpern aus den Randbezirken unseres eigenen Sonnensystems, sagen die Astronomen. Diese Kleinkörper seien ebenfalls von kohlenstoffreichem Eis bedeckt, dessen Struktur durch kosmische Strahlung verändert wurde.

Auch die rotgraue Farbe gleiche der Farbe eisiger Objekte aus den Außenbezirken unseres Systems, den sogenannten Planetesimalen. "Wir haben entdeckt, dass dies ein Planetesimal mit einer gut durchgebackenen Kruste ist, das sehr wie die kleinsten Welten in den Außenregionen unseres Sonnensystems aussieht", erklärt Michele Bannister, Universitätskollegin von Fitzsimmons. "Es ist faszinierend, dass das erste entdeckte interstellare Objekt so sehr wie eine winzige Welt aus unserem eigenen Heimatsystem anmutet." Das lege nahe, dass sich die Planeten und Asteroiden unseres Systems sehr ähnlich gebildet haben wie in Systemen um andere Sterne.

Astronomen schätzen, dass im Schnitt rund einmal pro Jahr ein interstellarer Besucher wie Oumuamua unser Sonnensystem durchkreuzt.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa

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