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Suche nach Signalen von Aliens Mysteriöser Asteroid wird abgehorcht

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Die Forscher haben so etwas wie Oumuamua noch nie gesehen.

(Foto: European Southern Observatory/M. Kornmesser)

Er kommt aus der Tiefe des Alls und sieht eigenartig aus. Ob der zigarrenförmige Asteroid mit dem Namen Oumuamua Signale von Außerirdischen sendet, wollen Forscher mithilfe des weltgrößten beweglichen Teleskops herausfinden.

Der im Oktober erstmals gesichtete Asteroid "Oumuamua" soll mit dem weltgrößten beweglichen Green-Bank-Teleskop untersucht werden. Die Forscher des Projekts "Breakthrough Listen" wollen damit ab Mittwoch überprüfen, ob der Körper, der aus dem interstellaren Raum stammt, irgendwelche künstlichen Radiosignale aussendet.

Breakthrough-Listen-Project

Das Projekt "Breakthrough Listen" ist 2015 bei der Royal Society in London ins Leben gerufen worden. Ausgangspunkt waren die Ankündigungen des Cambridge-Kosmologen Stephen Hawking, auf Lebenszeichen auf Planeten zu achten, die die Million Sterne umkreisen, die der Erde am nächsten sind.

Das 100-Millionen-Dollar-Projekt wird vom Internet-Milliardär Juri Milner finanziert. Damit hat er sich Forschungszeiten an Teleskopen in den USA und Australien gesichert, um nach Außerirdischen Ausschau zu halten.

"Wahrscheinlich hat er einen natürlichen Ursprung", sagte Avi Loeb, Professor für Astronomie an der Harvard-Universität und Berater von "Breakthrough Listen", zu dem Vorhaben. "Weil er so eigenartig ist, würden wir gerne prüfen, ob er irgendwelche Anzeichen von künstlichem Ursprung, wie Radioemissionen, hat", so Loeb weiter. "Wenn wir ein Signal entdecken, das künstlich aussieht, werden wir es sofort wissen."

Der außergewöhnliche Himmelskörper, der von den meisten Experten als Asteroid eingestuft wird, soll in mehreren Phasen untersucht werden. Am Mittwoch soll das Green-Bank-Teleskop für voraussichtlich zehn Stunden auf vier verschiedenen Funkübertragungsbändern suchen. Oumuamua, der seinen Namen von Forschern der Universität Hawaii bekam, ist jetzt etwa doppelt so weit von der Erde entfernt wie die Sonne. Dennoch kann das leistungsstarke Teleskop, das im US-Bundesstaat West Virginia steht, auch über diese Entfernung so schwache Signale empfangen wie die, die von Mobiltelefonen stammen.

Keine Signale erwartet

Auch wenn der zigarrenförmige Körper abgehört werden soll, erwarten die Forscher nicht, tatsächlich etwas zu entdecken und damit Hinweise auf außerirdisches Leben zu finden. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas hören, ist sehr gering, aber wenn wir das tun, werden wir es sofort melden und dann versuchen, es zu interpretieren", verspricht Loeb.

Bisher wissen Forscher nur wenig über das ungewöhnliche Objekt und wie es entstanden sein könnte. Der etwa 400 Meter lange und nur rund 40 Meter breite Himmelskörper ist mit seiner Form, die an eine Zigarre erinnert, einzigartig im Asteroidengürtel. Er ist dunkelrot und absorbiert etwa 96 Prozent des Lichts, das auf ihn fällt – und er ist das erste interstellare Objekt, das sich in unserem Sonnensystem bewegt. "Wenn der Körper natürlichen Ursprungs ist, dann müsste es viel mehr davon geben", betont Loeb.

Auch wenn das Green-Bank-Teleskop, wie erwartet, keine Signale von Oumuamua einfängt, sind die Beobachtungen damit nicht umsonst. Andere damit gewonnene Daten könnten Aufschluss darüber geben, ob das mysteriöse Objekt in eine kometenartige Gaswolke gehüllt ist und ob mit ihm Wasser und Eis durch das Sonnensystem transportiert werden. Bis dahin allerdings werden noch ein paar Wochen vergehen.

Quelle: n-tv.de, jaz

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