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Liste erdähnlicher KandidatenAuf diesen Planeten soll außerirdisches Leben am wahrscheinlichsten sein

23.03.2026, 17:39 Uhr
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Das Diagramm zeigt die Grenzen der bewohnbaren Zone für verschiedene Sternarten (linke Leiste) mit Gesteinsplaneten - je nach Sternart verschieben sich die Grenzen der bewohnbaren Zone. (Foto: Gillis Lowry / Pablo Carlos Budassi / CC BY 4.0)

Die Jagd nach Außerirdischen wird dank neuer Teleskope immer präziser. Eine nun veröffentlichte Top-50-Liste zeigt, wohin die Astronomen schauen müssen. Einer der Kandidaten ist der Erde dabei erstaunlich nah.

Bis Anfang der 1990er Jahre war kein einziger Planet außerhalb unseres Sonnensystems bekannt - mittlerweile weiß man von mehr als 6000. Darunter sind auch einige Gesteinsplaneten wie die Erde, auf denen ein so wohltemperiertes Klima herrscht, dass dort Wasser fließen könnte - und Leben denkbar ist, wie wir es von der Erde kennen. Forscher haben nun eine Liste von 50 Exoplaneten erstellt, bei denen die Chancen auf außerirdisches Leben am höchsten sind.

Der Hintergrund: Moderne Teleskope sind zunehmend in der Lage, Exoplaneten indirekt oder direkt zu beobachten. Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) etwa kann die Atmosphären von fernen Planeten analysieren und nach Spuren von Leben suchen, wie etwa Sauerstoff in Kombination mit Methan.

"Die besten Beobachtungsziele"

"Es ist zwar schwer zu sagen, was die Wahrscheinlichkeit von Leben erhöht, doch die Identifizierung der Suchorte ist der erste entscheidende Schritt - daher war es das Ziel unseres Projekts, zu sagen: 'Hier sind die besten Beobachtungsziele'", sagte Co-Autorin Gillis Lowry von der San Francisco State University. Sie alle liegen in der sogenannten Habitablen Zone um ihren Stern, in dem es nicht zu heiß und nicht zu kalt ist, damit dort wie auf der Erde flüssiges Wasser existieren kann.

Aber welche Exoplaneten tauchen in der Liste auf? Hier eine Übersicht:

  • TRAPPIST-1e: Der Planet ist Teil eines größeren Planetensystems, das 40 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Die Studie stellt heraus, dass die Strahlung, die der Planet erhält, jener der Erde sehr ähnlich ist. Auch seine Größe kommt jener der Erde sehr nahe. Das Praktische: TRAPPIST-1e zieht aus unserer Sicht genau vor seinem Mutterstern, einem roten Zwerg, vorbei. Das macht die Untersuchung deutlich einfacher.

  • Proxima Centauri b: Ebenfalls ein heißer Kandidat für außerirdisches Leben. Er ist zudem der nächstgelegene bekannte Exoplanet mit einer Entfernung von nur 4,2 Lichtjahren. Das macht ihn auch zu einem aussichtsreichen Kandidaten für die direkte Beobachtung. Auch er dürfte fast so groß wie die Erde sein, allerdings empfängt er von seinem Stern etwas weniger Energie.

  • LHS 1140 b: Er ist größer als die Erde, dichter, gravitationsstärker – und doch in der Zone, in der Wasser prinzipiell stabil sein könnte. Forscher vermuten, dass es sich um einen Ozeanplaneten handeln könnte, eventuell jedoch mit gefrorener Oberfläche. Die sogenannte Supererde ist 48 Lichtjahre entfernt. Mit einem Alter von 7,8 Milliarden Jahren ist er einer der ältesten bekannten Exoplaneten, auf denen die Forscher Leben für möglich halten.

  • TOI-700 e: Dieser Planet ist fast genauso groß wie die Erde, wenn auch mit etwas geringerer Masse. Er umrundet seinen Stern in knapp 28 Tagen - etwa so lange wie der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt. Allerdings zählt er zu den wärmeren Exoplaneten - da er sich am inneren Rand der Habitablen Zone befindet, könnte es dort auch zu heiß für Leben sein. TOI-700 e ist etwa 102 Lichtjahre von der Erde entfernt.

  • GJ 3323 b: Bei diesem Planeten sehen die Forscher die höchste Chance, eine direkte Beobachtung vornehmen zu können. Wird die Menschheit dort eines Tages Spuren außerirdischen Lebens entdecken? Der felsige Planet ist lediglich 18 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist einen kühlen Stern in gerade mal 5,4 Tage einmal.

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Künstlerische Darstellung des Exoplaneten TRAPPIST-1 e. Dort halten Forscher die Existenz flüssigen Wassers für möglich - und womöglich außerirdisches Leben. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Die von dem Forschungsteam erstellte Liste könnte Astronomen künftig als Orientierungshilfe dienen, die den Nachthimmel mit den Teleskopen der neuesten Generation absuchen. Dazu zählt neben dem James-Webb-Weltraumteleskop das geplante Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop (Start womöglich 2027), das Extremely Large Telescope (Aufnahme des Betriegs 2029), dem Habitable Worlds Observatory (Start für die 2040er Jahre erwartet) und dem geplanten Projekt „Large Interferometer For Exoplanets“ (LIFE). Die Forschungsarbeit erschien in der Fachzeitschrift "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society".

Quelle: ntv.de, kst

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