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Modell für Großveranstaltungen Bendzko sucht Probanden für Corona-Konzert

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Musiker Tim Bendzko möchte zu einem faktenbasierten Umgang mit Großveranstaltungen beitragen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tausende Menschen dicht an dicht in einer Halle. Was mal aufregend war, ist heute eine Horrorvorstellung - oder eben eine gewagte Versuchsanordnung. Für die suchen der Musiker Tim Bendzko und das Land Sachsen noch Teilnehmer. Ist die Großveranstaltung zu retten? lautet ihre Frage.

Gut drei Wochen vor Beginn einer Corona-Studie mit Popmusiker Tim Bendzko suchen die Verantwortlichen noch immer nach Teilnehmern. Dem Internetauftritt des Projektes zufolge haben sich bereits mehr als 1400 Probanden gefunden. Es werden gut 4000 Probanden für das Konzert am 22. August gesucht, wie das sächsische Kulturministerium mitteilte. Bei dem Konzert mit dem Berliner Musiker in der Arena Leipzig wollen Forscher der Universitätsmedizin Halle herausfinden, wie Großveranstaltungen in Corona-Zeiten gestaltet werden können.

Das Konzert ist ein gemeinsames Projekt der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Letzteres unterstützt das Experiment den Angaben zufolge mit gut 410.000 Euro, wie das Ministerium weiter mitteilte. Interessierte gesunde Freiwillige im Alter zwischen 18 und 50 Jahren können sich über den Internetauftritt des Projektes "Restart-19" anmelden. Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt.

Bendzko sagte dem Radiosender MDR JUMP: "Alle Maßnahmen, die bis jetzt ergriffen wurden, auch gerade in Bezug auf Konzerte und Großveranstaltungen, beruhen auf Annahmen und Vermutungen. Und was könnte mehr helfen als Fakten und entsprechende Daten?" Er selbst habe seine Tour auf Januar 2021 schieben müssen. Eine nochmalige Verschiebung wäre eine Katastrophe, da man dann kaum noch Crewmitglieder für die Konzertproduktion finden würde. "An dem Tag, an dem es dann weiter geht, wird es dann ein Hauen und Stechen geben, weil sich dann wahrscheinlich viele umorientiert haben und einfach anderen Berufen nachgehen."

Konkret sollen bei dem Konzert in Leipzig drei Szenarien durchgespielt werden. Es soll einen Ablauf geben, wie er vor Corona stattgefunden hätte: mit zwei Eingängen in die Arena Leipzig, ohne Abstandsregeln und ähnliches. Danach wird ein Szenario mit einem strengeren Hygienekonzept, mehr Eingängen und deutlich größeren Abständen durchgespielt. "In Szenario 3 wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten. Hier sind nur noch knapp 2000 Probanden beteiligt", heißt es.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa