Wissen

Virus vom Halter zum Haustier Besitzer können Hund mit Corona anstecken

imago0100749965h.jpg

Covid-19-Patienten sollten beim Umgang mit ihren Haustieren Vorsicht walten lassen und die grundlegenden Hygiene-Regeln beachten.

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

Das Coronavirus wurde in einzelnen Fällen schon bei Haustieren nachgewiesen. Nun zeigt eine Untersuchung bei an Covid-19 erkrankten Hunden: Das bei ihnen festgestellte Virus ist genetisch identisch mit dem ihrer Besitzer; sie scheinen sich also bei ihnen angesteckt zu haben.

Hunde können sich bei ihren Besitzern mit dem Coronavirus anstecken - allerdings nur in seltenen Fällen. Bei 2 von 15 untersuchten Tieren wiesen Wissenschaftler eine Infektion nach, wie sie im Fachmagazin "Nature" berichten. Ob infizierte Hunde andere Tiere oder Menschen anstecken können, sei unklar. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Haustiere eine Rolle bei der gegenwärtigen Ausbreitungswelle gespielt hätten.

Malik Peiris von der University of Hong Kong und seine Mitarbeiter hatten unter anderem Abstriche aus Rachen und Nase sowie Blutproben von insgesamt 15 Hunden untersucht, die aufgrund der Covid-19-Erkrankung ihrer Besitzer in Obhut einer staatlichen Behörde gekommen waren. Bei zwei Tieren konnten sie Sars-CoV-2 nachweisen - bei einem 15 Jahre alten Zwergspitz und einem 2 Jahre alten Deutschen Schäferhund.

Genetischer Aufbau des Virus identisch

Die Wissenschaftler verglichen den genetischen Aufbau des Virus mit dem der Besitzer und stellten fest, dass er identisch war - die Hunde schienen sich also bei ihren Besitzern angesteckt zu haben. Die Proben der beiden Haushalte unterschieden sich hingegen deutlich voneinander.

Krank erschienen die Hunde nicht - auch wenn der Zwergspitz zwei Tage nach der Entlassung aus der Quarantäne starb. Er sei sehr alt gewesen und habe schwere Vorerkrankungen gehabt, darunter Herz- und Nierenprobleme, schreiben die Wissenschaftler. Bei einem weiteren Hund, der mit dem infizierten Schäferhund im gleichen Haushalt lebte, wiesen die Forscher keine Viren nach.

Dass das Virus unter Haustieren nicht sehr verbreitet ist, legt nach Angaben der Wissenschaftler eine frühere Untersuchung nahe. Darin hatten Wissenschaftler 4000 Proben von Hunden, Katzen und Pferden untersucht, die an Orten lebten, an denen das Coronavirus sich gerade unter Menschen verbreitete. Bei keinem Tier wiesen die Wissenschaftler eine Infektionen nach.

WHO: Erreger-Weitergabe vor allem von Mensch zu Mensch

Mehr zum Thema

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass der Erreger vor allem durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Covid-19-Patienten sollten beim Umgang mit ihren Haustieren dennoch Vorsicht walten lassen und die grundlegenden Hygiene-Regeln beachten - sich etwa nach dem Umgang mit Tieren die Hände waschen.

In der Vergangenheit wurde auch von einigen Fällen berichtet, in denen sich Katzen vermutlich bei ihren Besitzern angesteckt hatten, etwa in Hongkong, Frankreich und den USA. Der Weltorganisation für Tiergesundheit zufolge hätten unter Laborbedingungen Katzen andere Katzen anstecken können. Sie schienen anfälliger zu sein als etwa Hunde und könnten auch selbst erkranken.

Quelle: ntv.de, Anja Garms, dpa