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Gehören sie in die Hausapotheke? Die häufigsten Irrtümer über Antibiotika

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"Nur Bakterien werden gegen Antibiotika resistent, nicht die Menschen."

(Foto: imago images/photosteinmaurer.com)

Noch immer verschreiben Ärzte zu häufig Antibiotika, warnen Experten. Das fördert die Entstehung von Resistenzen, Antibiotika können unwirksam werden. Deshalb ist der achtsame Umgang damit besonders wichtig. Doch was sind die häufigsten Fehler? Das verrät die Infektiologin Professor Maria Vehreschild im Gespräch mit ntv.de.

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Maria Vehreschild leitet die Infektiologie am Universitätsklinikum Frankfurt und koordiniert den Forschungsbereich zu Krankenhausinfektionen und multiresistenten Bakterien am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF).

(Foto: privat)

ntv.de: Antibiotika müssen immer zu Ende genommen werden. Gilt diese Regel noch?

Maria Vehreschild: Diese Regel gilt grundsätzlich nicht mehr. Man weiß mittlerweile, dass viele Erkrankungen viel kürzer antibiotisch behandelt werden müssen, als man ursprünglich dachte. Und für die gefährliche Entwicklung von Resistenzen bei Bakterien ist die Dauer der Antibiotikagabe maßgeblich. Das bedeutet, hier muss man von ärztlicher Seite eine korrekte Vorgabe machen, was die Minimaldauer der Verschreibung angeht, die trotzdem noch den gewünschten Effekt hervorruft.

Eine Erkältung ist mit Antibiotika schneller vorbei. Stimmt das?

Nein, eine Erkältung ist eine virale Erkrankung und Antibiotika wirken hier nicht. Vielmehr ist es so, dass die Patienten durch das Auftreten von Nebenwirkungen noch anderweitig beeinträchtigt werden können. Dazu zählen etwa Durchfallerkrankungen, die relativ häufig vorkommen, aber auch Leberschäden.

Wenn ich nur selten Antibiotika nehme, dann spielen Resistenzen für mich keine Rolle, oder?

Nur Bakterien werden gegen Antibiotika resistent, nicht die Menschen. Das heißt, Resistenzen sind kein individuelles Problem einzelner Menschen. Zudem kommt es sehr auf die Dauer der Antibiotikaeinnahme und die Art der Antibiotika an, die Ihnen verschrieben wurden. Je länger und breiter man behandelt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass multiresistente Erreger sich durchsetzen und dann auch eine Infektion verursachen können. Das ist theoretisch schon nach einer einmaligen intensiven Exposition gegenüber Antibiotika möglich.

Sollte ein Antibiotikum in der Hausapotheke sein?

Auf keinen Fall, denn jede Antibiotikaverschreibung sollte nach sorgfältiger Abwägung der Notwendigkeit von einem Arzt für die entsprechende Situation des Patienten neu vorgenommen werden.

Was kann ich denn selbst tun, um Antibiotikaresistenzen zu verhindern?

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Immer wenn ein Arzt ein Antibiotikum verschreibt, sollten Sie selbst, aber auch Angehörige die Verschreibung kritisch hinterfragen, besonders bei leichten Infekten. Auch beim Fleischkonsum sollte man darauf achten, dass Fleisch möglichst aus Quellen kommt, wo die Haltungsbedingungen der Tiere bekannt sind.

Mit Professor Maria Vehreschild sprach Daniela Halm

Quelle: ntv.de