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Hochwasser in Leegebruch bei Oranienburg (Oberhavel): Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage bleibt die Lage in vielen Teilen Deutschlands angespannt.
Hochwasser in Leegebruch bei Oranienburg (Oberhavel): Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage bleibt die Lage in vielen Teilen Deutschlands angespannt.(Foto: dpa)
Mittwoch, 26. Juli 2017

Wetterextreme nehmen weiter zu: Dieser Regen-Sommer bleibt keine Ausnahme

Das Regenwetter in Deutschland geht vielen auf die Nerven. Andere Regionen in Europa werden von Hitze geplagt. Entweder ist es im Sommer zu heiß oder zu nass, ein ständiger Wechsel. Der Klimawandel zeigt sich in vielen Facetten. Forscher erwarten weitere Kapriolen.

Ein Sommer mit Stark- und Dauerregen über mehrere Tage wird nach Ansicht von Potsdamer Klimaforschern in Deutschland bald nicht mehr nur Ausnahme sein. "Ganz "normale" Bilderbuchsommer, trocken und mit Temperaturen um die 25 bis 30 Grad über mehrere Wochen werden immer seltener", sagte der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Normal werden nach seiner Einschätzung zunehmend längere Trockenperioden und Hitzephasen, gefolgt von Stark- und Dauerregen.

Ergiebiger Dauerregen: Touristen mit Regenschirmen auf dem Domplatz in Erfurt.
Ergiebiger Dauerregen: Touristen mit Regenschirmen auf dem Domplatz in Erfurt.(Foto: dpa)

"Es gibt erste Hinweise, dass der Klimawandel nicht nur die Temperaturen allmählich steigen lässt", sagte Hoffmann. Das sei schon einige Zeit zu beobachten. Da sich die Arktis stärker erwärme als der Rest der Welt, verändere das auch die Zirkulation in der Atmosphäre. "Ein häufiger Wechsel von Wetterlagen mit Unwetterpotenzial könnte die Folge sein", sagte der Meteorologe. "Und wenn die Atmosphäre potenziell wärmer ist, fallen Niederschläge intensiver aus." Tagesrekorde bei Hitze um 40 Grad in Süddeutschland im Vorjahr oder sintflutartige Regenfälle wie Ende Juni in Berlin seien dann ohne weiteres häufiger möglich.

Kanalisation kann Wassermengen kaum aufnehmen

Die Folgen seien fast vorhersehbar, sagte Hoffmann. In urbanen Ballungszentren hätten die Wassermassen keinen Raum, überfluteten Straßen und Keller. Die Kanalisation könne die Wassermengen kaum aufnehmen. "Es bleibt nur übrig, sich auf Wechselspiele der Extreme einzustellen", sagte Hoffmann. Das Potsdamer Institut beschäftigt sich mit Themen in den Bereichen Klimawirkung, globaler Wandel und Nachhaltige Entwicklung.

In Teilen Deutschlands ist in 24 Stunden mehr Regen heruntergekommen als gewöhnlich im ganzen Juli. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach am Dienstag von "beeindruckenden Regenmengen", die seit Wochenbeginn bereits gefallen seien. Grund für den Dauerregen ist das Tief "Alfred", das sich langsam von Südpolen nach Norden verlagert.

Quelle: n-tv.de

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