Studie vergleicht SchlankmacherEffektivste Abnehmmedikamente haben die meisten Nebenwirkungen

Abnehmmedikamente werden in den vergangenen Jahren auch als Lifestyle-Produkte immer beliebter. Allein die Spritze Ozempic erfährt auf Social Media und in der Popkultur zuletzt einen kontroversen Hype. Doch wie effektiv sind die Medikamente wirklich - und wie gesund?
Die wirksamsten modernen Medikamente gegen Fettleibigkeit sind zugleich auch die mit den meisten Nebenwirkungen. Das hat eine in der Fachzeitschrift "BMJ" veröffentlichte Studie herausgefunden. "Die größten Vorteile sind in der Regel mit mehr Nebenwirkungen, Einschränkungen für die Patienten und Behandlungsabbrüchen verbunden", erklärten dort die Autoren der Meta-Analyse, für die mehr als 200 Studien zu Behandlungen mit sogenannten GLP-1-Antagonisten ausgewertet wurden. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen demnach Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen.
GLP-1-Antagonisten regulieren den Blutzuckerspiegel und können dadurch das Sättigungsgefühl erhöhen. Die Medikamente, häufig auch als Abnehmspritzen bezeichnet, wurden ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt. Sie werden heute auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt, einige sind in der EU jedoch ausschließlich für medizinische Zwecke zugelassen. Darunter zählt das bekannte Mittel Ozempic der Firma Novo Nordisk.
Die beiden GLP-1-Medikamente, die zur stärksten Gewichtsabnahme führen, sind der Studie zufolge Tirzepatid - das vom Pharmakonzern Eli Lilly als Abnehmspritze Mounjaro vertrieben wird - sowie das derzeit vom Konkurrenten Novo Nordisk entwickelte Medikament Cagrisema, das die Wirkstoffe Semaglutid und Cagrilintid miteinander kombiniert. Beide Medikamente führen der Studie zufolge zu einem Gewichtsverlust von etwa 15 Prozent, gehen jedoch auch mit den intensivsten Nebenwirkungen einher.
Kein Abnehmmedikament verbessert Lebensqualität
Das ausschließlich den Wirkstoff Semaglutid enthaltende GLP-1-Medikament Wegovy führt wiederum zu einem geringeren Gewichtsverlust von zehn Prozent. Allerdings senkt Semaglutid, das auch in Ozempic enthalten ist, ebenso wie Tirzepatid nachgewiesenermaßen das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme und auch die allgemeine Sterblichkeitsrate.
Der neuen Studie zufolge verbesserte allerdings keines der Abnehmmedikamente nachweislich die Lebensqualität der Patienten insgesamt. Die Erfahrungen auf diesem Gebiet sind jedoch noch begrenzt, die Autoren sprachen sich für Langzeitstudien aus.
Gesundheitsbehörden stehen zunehmend vor der Entscheidung, in welchem Umfang die - allesamt recht kostspieligen - GLP1-Behandlungen von den Krankenkassen übernommen werden sollen. Frankreich hatte kürzlich eine Kostenerstattung für die Abnehmspritzen Wegovy und Mounjaro genehmigt - allerdings nach strengen Kriterien, die viele Patienten ausschließen.