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"Das Tempo nimmt zu" Eine von acht Vogelarten droht auszusterben

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Ein Schild im Landkreis Augsburg macht auf die Brutstätten gefährdeter Vogelarten aufmerksam.

(Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Weltweit drohen viele Vogelarten auszusterben, so das düstere Ergebnis einer weitreichenden Bestandsaufnahme. Demzufolge hat alleine Nordamerika in den vergangenen 50 Jahren drei Milliarden Vögel verloren. Die Expertinnen und Experten formulieren eine klare Botschaft.

Eine von acht Vogelarten weltweit ist mittlerweile vom Aussterben bedroht. Das ist das Ergebnis des aktuellen "State of the World's Birds"-Berichts der gemeinnützigen internationalen Organisation Birdlife, die alle vier Jahre systematisch die Daten von Forschenden, Artenschützern und anderen Organisationen zusammenträgt.

Bei fast der Hälfte aller Vogelarten schrumpft demnach die Zahl der Tiere, nur sechs Prozent der Arten haben noch wachsende Populationen. Seit 1970 soll allein Nordamerika drei Milliarden Vögel verloren haben. Weitere 600 Millionen waren es demnach im Gebiet der Europäischen Union, die nur rund ein Fünftel der Fläche hat. Auch in anderen Weltregionen ist die Entwicklung demnach dramatisch.

Landwirtschaft größte Gefahr

"Wir haben in den vergangenen 500 Jahren mehr als 160 Vogelarten verloren und das Tempo des Aussterbens nimmt zu", sagte Lucy Haskell, die wissenschaftliche Leiterin bei Birdlife einer Mitteilung zufolge. "In der Vergangenheit war der Großteil der aussterbenden Arten auf Inseln zu Hause, aber leider sehen wir mittlerweile auch eine steigende Zahl an Verlusten auf den Kontinenten."

Die Landwirtschaft ist dem Bericht zufolge wegen des Einsatzes von Maschinen und Chemikalien die größte Gefahr für Vögel und gefährdet rund drei Viertel aller bedrohten Arten. Auch das Waldsterben ist für viele Vögel ein großes Problem - insbesondere für Arten, die in riesigen, alten Bäumen zu Hause sind. Nicht zuletzt macht auch die Erderhitzung den Tieren das Leben schwer: Rund ein Drittel der bedrohten Vögel sind durch Klimawandel-Folgen wie Stürme, Waldbrände und Dürren bedroht - Tendenz steigend.

Es gibt auch Hoffnung

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Als wichtigster Lösungsansatz gilt es den Studienautoren zufolge, die für Vögel überlebenswichtigen Lebensräume zu erhalten oder zu renaturieren. Birdlife hat dafür 13.600 Regionen ausgemacht, in denen dies beispielhaft verfolgt werden soll. Außerdem seien Projekte, mit denen gefährdete Arten gezielt geschützt werden, notwendig.

Der Erfolg einiger Artenschutzprojekte der vergangenen Jahre gebe auch Anlass zur Hoffnung, heißt es in dem Bericht. Ohne diese Projekte wären in den vergangenen knapp 30 Jahren bis zu 32 Vogelarten bereits ausgestorben, darunter der Waldrapp, schreiben die Forschenden. Der Erhalt der Natur und der Biodiversität müsse bei politischen Entscheidungen künftig oberste Priorität bekommen.

Quelle: ntv.de, kse/dpa

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