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In die Zange genommen Forschern gelingt Coup gegen HIV

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Das HI-Virus versteckt seine DNA in menschlichen Zellen.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Zwar ist das Experiment nur bei Mäusen erfolgreich - dennoch glauben Forscher, einen Ansatz gefunden zu haben, um später auch Menschen dauerhaft von HIV zu heilen. Möglich macht es eine Genschere in Verbindung mit bewährten Medikamenten.

Seit mehr als drei Jahrzehnten kämpfen Mediziner gegen das HI-Virus. Dank antiviraler Medikamente gilt der Erreger mittlerweile als gebändigt. Besiegt ist das Virus jedoch nicht. Denn werden die Medikamente abgesetzt, vermehrt es sich wieder.

Forscher präsentieren in letzter Zeit Ergebnisse, die Hoffnungen machen, dass es der Medizin doch noch gelingt, den Erreger ganz und gar aus dem menschlichen Körper zu vertreiben. Reges Interesse erhielten beispielsweise britische Ärzte, die im März vermeldeten, einen Patienten mittels Stammzellentherapie von HIV befreit zu haben.

Nun kommt aus den USA eine weitere Erfolgsmeldung: Forschern um Kamel Khalili von der Temple University in Philadelphia und Howard Gendelman von der University of Nebraska ist es laut einer Studie gelungen, aus einer Kombination von retroviralen Medikamenten und der Genschere Crispr/Cas9 bei einem Drittel der damit behandelten Mäusen das Virus komplett auszumerzen.

Das Ganze funktioniert, einfach gesagt, so: Die Medikamente reduzierten die Viren im Blut der Mäuse auf ein Minimum. Dennoch kann sich das Virus dann immer noch in der DNA von Immunzellen seines Wirts "verstecken" und wieder ausbrechen, sobald die Medikamente abgesetzt werden. Daher setzen die Forscher zusätzlich auf die Genschere - mit dieser gelang es ihnen, den entsprechenden Abschnitt in der Gensequenz der Immunzellen herauszuschneiden und zu entfernen.

HIV-Mäuse ganz geheilt

Am Ende konnten neun von 23 behandelten Mäusen auf diese Weise von dem HI-Virus befreit werden, berichtet CNN. Auch nach Wochen fanden die Forscher keine Viren mehr im Blut dieser Tiere. Und als die Forscher Immunzellen der geheilten Tiere auf nicht infizierte Artgenossen übertrugen, passierte nichts! Jene Tiere jedoch, die nur mit den Medikamenten oder nur mit der Genschere behandelt wurden, hatten weiterhin Viren im Körper.

Die Ergebnisse seien vielversprechend, allerdings sei noch viel Forschung notwendig, betonten die Forscher. "Wir werden nun Versuche mit nicht-menschlichen Primaten und klinische Studien mit menschlichen Patienten anstreben - möglicherweise bereits innerhalb eines Jahres", sagte Khalili. Die deutsche Virologin Ruth Brack-Werner vom Helmholtz-Zentrum in München sagte gegenüber dem "Ärzteblatt", dass es sich um eine "sehr wichtige Studie" handle. Gefragt nach dem Potenzial der Methode als Heilmittel für Menschen sagte sie: "Es ist ein Schritt, aber wir sind noch lange nicht da."

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Quelle: n-tv.de, kst

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