Wegen Musks Unberechenbarkeit?Frankreich und Polen bauen Alternative zu Starlink

Polen hat bereits verkündet, eine Alternative zu Elon Musks Starlink-Netzwerk zu suchen, um der Ukraine Internetzugang bereitzustellen, falls sich der Tech-Milliardär mal querstellen sollte. Zusammen mit Frankreich geht Warschau nun den nächsten Schritt.
Frankreich und Polen haben den Bau eines Satelliten für das polnische Militär angekündigt. Das Projekt ist Teil des Vorhabens "Readiness" der Europäischen Kommission, das Europa bis 2030 verteidigungsbereit machen soll. Der Kontinent sucht verstärkt nach eigenen Satellitendiensten, um globalen Rivalen etwas entgegenzusetzen und die Abhängigkeit vom System Starlink zu verringern. Dabei spielen auch Bedenken wegen der politischen Unberechenbarkeit des Starlink-Eigentümers Elon Musk eine Rolle.
Das EU-Vorhaben wurde bei einem Treffen des polnischen Regierungschefs Donald Tusk mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Danzig bekanntgegeben. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Die Firmen Thales Alenia Space, Airbus Defence and Space und das polnische Unternehmen Radmor würden gemeinsam einen Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn entwickeln, teilten die Firmen mit. Im Gegensatz zu den Starlink-Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn kann ein geostationärer Flugkörper aus einer festen Position in über 30.000 Kilometern Höhe große Regionen abdecken, wenn auch mit geringeren Datenübertragungsraten.
Macron und Tusk sprachen bei ihrem Treffen auch über nukleare Abschreckung, Energie und die 150 Milliarden Euro schwere Sicherheitsinitiative SAFE der EU. Polen weist unter allen Nato-Mitgliedern die höchsten Verteidigungsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung auf. Frankreich ist die einzige Atommacht der EU. Macron sagte, es sei sinnvoll, bei der Raketenabwehr, weitreichenden Waffensystemen, Frühwarnsystemen und im Weltraum gemeinsam voranzukommen.