Wissen

Reine Zufallsentdeckung Funkamateur findet verschollenen Satelliten

imago74588397h.jpg

in den unendlichen Weiten des Alls hat ein Funkamateur einen Forschungssatelliten wiedergefunden.

(Foto: imago/Ikon Images)

Als "Lost in Space" könnte man das Ereignis bezeichnen, als die Verbindung zum Forschungssatellit "Image" im Jahr 2005 abbricht. Doch dann fängt ein Funkamateur ein Signal auf, das zweifelsfrei von "Image" stammt. Die Nasa bestätigt den Fund.

Scott Tilley ist Kanadier und Funkamateur. Mit Hilfe von aufgefangenen Funksignalen kartografiert der Mann, der an der Pazifikküste Kanadas zu Hause ist, die Umlaufbahnen von Satelliten. Auf der Suche nach dem Verbleib des Geheimsatelliten "Zuma", der am 7. Januar von SpaceX gestartet worden war und den vorgesehenen Orbit nicht erreichte, stieß Tilley mit seiner S-Band-Antenne auf eine Kennung eines entfernteren Satelliten. Es ist der Nasa-Satellit "Image" (Imager für Magnetopause to Aurora Global Exploration), der im Jahr 2007 von der Raumfahrtbehörde aufgegeben worden war, weil man keinen Kontakt mehr zu ihm herstellen konnte.

IMAGE_(Explorer_78).jpg

"Image" ist hat die Struktur eines oktogonalen Prismas.

(Foto: Nasa)

Tilley informierte die Nasa, die "Image" im März 2000 als Forschungssatelliten ins All geschossen hatte. Mit Hilfe des Satelliten sollte der Einfluss des Sonnenwindes auf die Magnetosphäre der Erde erforscht werden. Die Mission, die zunächst für zwei Jahre geplant worden war, war ein echter Erfolg und wurde deshalb verlängert. Bis Ende 2005 nichts mehr von "Image" die Erde erreichte. Der Satellit verstummte.

"Image" war wohl ohne Strom

Die Experten der Nasa nahmen an, dass es sich um ein Problem der Stromversorgung handelte. Ein sogenanntes Schutzschaltrelais soll durch irgendetwas ausgelöst worden sein. Sämtliche Versuche, das Relais zurückzusetzen und so wieder Kontakt zum Satelliten zu bekommen, schlugen fehl.

Doch nun ist "Image" offensichtlich wieder "on air". Wie es dazu kam, ist bisher aber nicht bekannt. Die Nasa bestätigte unterdessen, dass alle Daten darauf hinweisen, dass es sich tatsächlich um Signale von "Image" handele. Und es kommt noch besser: Der Satellit soll die ersten Signale bereits im Oktober 2016 ausgesendet haben.

"Sie versuchen, die alte Software und Bedienungsanleitung aus den Neunzigerjahren wiederzufinden, die in irgendeiner Schreibtischschublade liegt, um das Ding neu zu starten und herauszufinden, wie man damit reden kann", witzelt Tilley über die Bemühungen der Nasa in einem Interview mit dem Rundfunksender CBC. Trotz der herausragenden Leistung wird er allerdings keinen Finderlohn bekommen. "Als jemand, der seit seiner Kindheit das All liebt, bin ich froh, etwas Nützliches beigetragen zu haben", sagt der Amateur-Astronom bescheiden.

Ob die Raumfahrtbehörde es tatsächlich schafft, den Forschungssatelliten wieder in Betrieb zu nehmen, bleibt allerdings abzuwarten.

Quelle: ntv.de, jaz