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Widerstandsfähiger als gedacht Great Barrier Reef schon fünfmal gestorben

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Ob dass größte Korallenriff der Welt auch den aktuellen Klimawandel übersteht? Studienleiter Jody Webster ist besorgt.

(Foto: imago/Nature Picture Library)

Die steigenden Meerestemperaturen machen dem Great Barrier Reef vor Australiens Nordküste zu schaffen. Ein Forscherteam beweist nun, dass das Korallenriff schon fünfmal abgestorben und immer wieder auferstanden ist. Grund zur Entwarnung sei das aber nicht.

Das Great Barrier Reef ist in den vergangenen 30.000 Jahren fünfmal praktisch abgestorben - und hat sich an anderer Stelle neu gebildet. Das schreiben im Fachmagazin "Nature Geoscience" Forscher, die bei Bohrungen entnommenes fossiles Material untersucht haben.

Vor etwa 30.000 und etwa 22.000 Jahren sei der Meeresspiegel deutlich gesunken. Das heute größte Korallenriff der Erde sei dadurch an die Luft gekommen. Vor 17.000 und 13.000 Jahren sei der Meeresspiegel wieder angestiegen, die Korallen waren dadurch in zu tiefem, sauerstoffarmem Wasser. Dem Riff ist es den Forschern zufolge aber gelungen, weiter landauswärts (beim Sinken) oder landeinwärts (beim Steigen) zu überleben. Vor 10.000 Jahren, so die Wissenschaftler, war es durch schlechte Wasserqualität und hohen Sedimenteintrag praktisch hinüber, konnte sich aber ebenfalls erholen.

Studienleiter Jody Webster von der Universität Sydney schließt aus den Ergebnissen, dass das Great Barrier Reef gegen Umwelteinflüsse widerstandsfähiger ist als angenommen. Zugleich warnte er davor, die Auswirkungen des aktuellen Klimawandels zu unterschätzen. Sie könnten das Riff überfordern. "Ich habe große Sorgen, was die Fähigkeit des Riffs angeht, die Geschwindigkeit des Wandels in naher Zukunft zu überleben."

Für Schutz und Regenerierung des Ökosystems hatte Australiens Regierung kürzlich mehr als 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Riff an Australiens Nordostküste erstreckt sich über insgesamt 2300 Kilometer. Durch sogenannte Korallenbleiche aufgrund von hohen Temperaturen wurde 2016 und 2017 fast ein Drittel zerstört. An der internationalen Studie wurde insgesamt zehn Jahre lang gearbeitet. Dazu wurden an insgesamt 16 Stellen des Riffs Proben entnommen und mit verschiedensten wissenschaftlichen Methoden analysiert.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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