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Versuche mit Zistrosen-Extrakt Hilft eine alte Heilpflanze gegen Sars-CoV-2?

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Die verschiedenen Zistrosen-Arten kommen vor allem im Mittelmeerraum vor.

(Foto: imago/robertharding)

Eine alte Heilpflanze zeigt Wirkung gegen das Coronavirus: Deutsche Forscher finden heraus, dass ein in Lutschtabletten enthaltenes Extrakt die Vermehrung von Sars-CoV-2 ausbremst. Es stammt aus der seit der Antike geschätzten Zistrose. Doch reicht das schon zum Covid-19-Mittel?

Eine Substanz, die in speziellen Lutschbonbons vorkommt, könnte eine bedingte Wirkung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 haben. Forscher aus Leipzig haben ein Extrakt der Heilpflanze Zistrose (Cistus) auf seine Wirkung gegen den Erreger untersucht. Cistus wird bereits seit der Antike in Tees verwendet. Sie gilt als hilfreich bei Hautproblemen oder Entzündungen im Mund.

Bei Versuchen im Labor konnte nun beobachtet werden, dass Cistus in Zellkulturen die Vermehrung von Sars-CoV-2 vermindert, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie war demnach vom niedersächsischen Hersteller Dr. Pandalis beauftragt worden, Versuche mit dem Zistrosen-Extrakt vorzunehmen. Die Cistus-Lutschbonbons dieses und anderer Hersteller sind in Apotheken und Drogeriemärkten frei verkäuflich.

"In unserem Hochsicherheitslabor haben wir überprüft, ob das Extrakt die Vermehrung der Viren in der Zellkultur beeinflusst. Dabei konnten wir beobachten, dass die Vermehrung deutlich vermindert wurde", sagte Sebastian Ulbert, Virologe und Leiter der Abteilung Immunologie und des Bereichs Impfstofftechnologien am Fraunhofer-Institut, der "Bild"-Zeitung. Allerdings betonte Ulbert, dass die Ergebnisse der Untersuchungen kein Beleg "für eine medizinische Wirksamkeit im Menschen" seien. Dies müsse noch untersucht werden.

Ob Cistus gegen Covid-19 helfen könnte, müsste eine klinische Studie belegen. So eine steht laut dem Bericht aber noch aus. Es gibt aber bereits weitere wissenschaftliche Studien, die Cistus eine hemmende Wirkung gegen Viren bescheinigt haben - etwa gegen die Erreger der Vogel- und Schweinegrippe. Allerdings ebenfalls nur im Reagenzglas. Auch klinische Studien am Menschen, etwa eine Studie des Instituts für Transfusionsmedizin der Berliner Charité aus dem Jahr 2009, wollen eine lindernde Wirkung bei Patienten mit Atemwegserkrankungen nachgewiesen haben. Diese Ergebnisse waren jedoch umstritten.

Quelle: ntv.de, kst