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Erster virtueller Freizeitpark Holodeck aus "Star Trek" wird Realität

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Spezielle Helme, Westen und Handschuhe sollen in Kombination mit einer "lebenden" Umgebung die perfekte Illusion bieten.

(Foto: www.youtube.com)

Ort der unbegrenzten Möglichkeiten: Mit "The Void" soll im Sommer 2016 in den USA der erste virtuelle Freizeitpark eröffnen. Dort können Besucher gegen Aliens kämpfen oder durch die Zeit reisen. Die Illusion soll dabei alle Sinne miteinbeziehen.

Auf dem "Raumschiff Enterprise" ziehen sich die Besatzungsmitglieder in ihrer Freizeit gerne auf ein sogenanntes Holodeck zurück. Dieser Raum erzeugt beliebige Welten und alle möglichen Realitäten - seien es historische Orte wie das alte Rom, moderne Städte, Höhlen, Theatersäle oder Skigebiete. Das Besondere: Diese virtuellen Realitäten lassen sich nicht nur angucken und anhören, sondern auch anfassen - also erfühlen.

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Was bisher nur Science-Fiction war, soll im kommenden Jahr Realität werden. Denn in den USA ist der erste virtuelle Freizeitpark in Planung. Der Name: "The Void." Das heißt wörtlich übersetzt so viel wie "Der Hohlraum" oder "Die Leere", soll aber ein Akronym sein für "The Vision Of Infinite Dimensions" ("Der Blick auf unendliche Dimensionen"). Derzeit entsteht ein Areal, in dem Menschen mit allen Sinnen in fremde Welten eintauchen, gegen Aliens und Drachen kämpfen oder durch Häuserschluchten von Großstädten fliegen können.

Kooperationen mit großen Spieleentwicklern

Eröffnen soll das Virtual Reality Center im Sommer 2016 in Pleasant Grove im US-Bundesstaat Utah. Es ist das erste seiner Art. Die Macher versprechen vierteljährlich neue Attraktionen in "The Void": Abenteuer in Spukschlössern, Dinosaurier-Safaris oder Schlachten gegen Aliens auf fernen Planeten. Um diese Vielzahl an Möglichkeiten anbieten zu können, planen sie laut Washington Post Kooperationen mit großen Spieleentwicklern.

"Es gibt keine Möglichkeit, das ganze Potenzial der virtuellen Realität in den heimischen vier Wänden auszuschöpfen", erklärte Mitgründer und CEO Ken Bretschneider gegenüber der Washington Post den Gedanken hinter "The Void". "Mir wurde klar, dass wir eine Anlage bauen müssen, zu der die Menschen hinfahren können, ohne sich um das Funktionieren von virtueller Realität bei ihnen zu Hause kümmern zu müssen."

Für das Spielerlebnis schlüpfen die Besucher in speziell entwickelte Utensilien. Dazu gehört eine 3D-Brille samt Helm, die mittels zweier gebogener, hochauflösender OLED-Displays eine nie erreichte Bildqualität erreichen soll. Eine Weste soll den Besucher das Spiel spüren lassen - und zwar buchstäblich: Über Druckimpulse werden etwa auftreffende Geschosse oder Laserstrahlen simuliert. Spezielle Handschuhe machen dem Benutzer seine eigenen Hände und deren Bewegung in der künstlichen Wirklichkeit sichtbar.

Wind, Regen und Gerüche sollen Illusion perfekt machen

Das alles wäre jedoch nichts ohne das speziell konstruierte, bis zu 330 Quadratmeter großes System aus Gängen im Inneren von "The Void". Reale Objekte und Strukturen sind berührbar und gleichzeitig Teil der virtuellen Realität. Etwa vermitteln herabhängende Schnüre die Spinnenweben in den Gängen eines Geisterschlosses. Luftdüsen und Sprinkler sollen Wind und Regen simulieren, ebenso sollen vorgetäuschte Wasserflächen, Wärmequellen und Gerüche die Illusion perfekt machen. Zudem sollen die Spieler in der virtuellen Realität sowohl große Höhen erklimmen als auch viele Meilen an Weg zurücklegen können - ohne jemals die wirkliche Spielhalle zu verlassen.

Neben den begehbaren Welten soll es auch eine Art von Flugsimulator geben: In diesem sitzen maximal zwei Besucher und reisen mittels 3D-Brille durch virtuelle Welten. Die Geräte können sich um 360 Grad in drei Achsen drehen. Simuliert werden soll alles vom Luftkampf über Raumschiff-Schlachten bis hin zu U-Boot-Fahrten.

Rund 13 Millionen US-Dollar von seinem eigenen Vermögen soll Ken Bretschneider bereits in das Projekt investiert haben. Ab kommendem Sommer sollen Neugierige für jeweils eine halbe Stunde "The Void" besuchen können. Kostenpunkt: zwischen 29 und 39 US-Dollar. Wenn es nach den Entwicklern geht, müssen Besucher aus Deutschland jedoch nicht extra in die USA reisen, um "The Void" auszuprobieren. Denn ab 2017 sollen weltweit Virtual-Reality-Zentren entstehen. Auch in Deutschland.

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Quelle: n-tv.de

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