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Exoplanet 700 Lichtjahre weg "James Webb" findet erstmals CO2 außerhalb des Sonnensystems

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Das James-Webb-Teleskop konnte schon mehrfach mit spektakulären Bildern begeistern. Nun weist es zudem erstmals CO2 auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nach.

(Foto: picture alliance/dpa/NASA/ESA/CSA)

Das "James Webb"-Teleskop erbringt den Nachweis, dass in der Atmosphäre eines Exoplaneten CO2 existiert. Das ist der erste Beleg von Kohlenstoffdioxid außerhalb unseres Sonnensystems. Die Entdeckung bringt die Menschheit der Antwort näher, ob es dort Leben gegeben hat - oder geben kann.

Das "James Webb"-Teleskop kann eine weitere wissenschaftliche Entdeckung für sich verbuchen: Das im Dezember ins All gebrachte Teleskop lieferte erstmals Beweise für die Existenz von Kohlendioxid in der Atmosphäre eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, wie Natalie Batalha von der University of California in Santa Cruz auf Twitter verkündete. Diese Entdeckung ist von Interesse für die Klärung der Frage, ob es Leben außerhalb unseres Sonnensystems gibt oder gab.

Batalha und viele Kollegen untersuchten die "Webb"-Daten von dem Exoplaneten WASP-39, einem heißen Gasriesen, der einen rund 700 Lichtjahre entfernten Stern umkreist. Ihre Studie soll demnächst im Fachblatt "Nature" veröffentlicht werden.

WASP-39 bietet nicht die notwendigen Bedingungen für die Entstehung von Leben. Dass hier aber immerhin CO2 nachgewiesen wurde, macht den Nachweis von Leben auf einem anderen, weniger lebensfeindlichen Exoplaneten wahrscheinlicher. Außerdem helfe der CO2-Nachweis bei der Klärung der Frage, wie WASP-39 entstanden ist, erklärte die US-Raumfahrtbehörde NASA. Mit dem CO2-Nachweis sei "eine wichtige Schwelle in der Erforschung von Exoplaneten überschritten" worden, wurde Zafar Rustamkulov von der Johns Hopkins University in der NASA-Erklärung zitiert.

WASP-39 umkreist Stern in vier Tagen

WASP-39 wurde ausgewählt, um den hochempfindlichen Infrarot-Sensor des Webb-Teleskops zu testen, weil dieser Exoplanet über eine große Atmosphäre verfügt und nur vier Erdentage benötigt, um seinen Stern zu umkreisen. Jedes Mal, wenn der Exoplanet vor seinem Stern steht, blockiert er weitgehend dessen Lichtstrahlung. An den Rändern des Planeten dringen aber in sehr geringem Ausmaß Lichtstrahlen hindurch und durchqueren die Atmosphäre des Exoplaneten.

Das Webb-Teleskop registriert die winzigen Veränderungen, die die Atmosphäre von WASP-39 bei den Lichtstrahlen bewirkt, und erlaubt es den Wissenschaftlern so, die Gas-Zusammensetzung in der Atmosphäre des Exoplaneten zu bestimmen. Die älteren Weltraum-Teleskope Hubble und Spitzer konnten bereits Wasserdampf, Natrium und Kalium in der WASP-39-Atmosphäre nachweisen, für den Nachweis von Kohlendioxid waren ihre Instrumente aber nicht empfindlich genug.

Das auch mit deutscher Beteiligung gebaute James-Webb-Teleskop war im Dezember nach jahrzehntelangen Vorbereitungen ins All gebracht worden. Es erforscht die Frühzeit des Kosmos, nur einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall vor etwa rund 13,8 Milliarden Jahren. Astronomen versprechen sich Rückschlüsse auf die Bildung der ersten Sterne und Galaxien. Außerdem sucht das Teleskop das All nach Exoplaneten ab.

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 26. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, als/AFP

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