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Testbild vom Weltraumteleskop NASA macht neugierig auf "Webb"-Aufnahmen

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Dieses Testbild des Fine Guidance Sensors wurde Anfang Mai über einen Zeitraum von acht Tagen parallel zur NIRCam-Aufnahme des Sterns HD147980 aufgenommen.

(Foto: NASA, CSA, and FGS team)

Seit einem knappen halben Jahr ist das "James Webb"-Weltraumteleskop im All. Am Dienstag sollen erstmals Aufnahmen gezeigt werden, die aus bis dahin ungesehenen Regionen des Weltalls stammen. Die NASA kann es offenbar kaum erwarten.

In der kommenden Woche will die US-Raumfahrtbehörde NASA erste von dem Weltraumteleskop "James Webb" aufgenommene Bilder veröffentlichen. Ein halbes Jahr ist das Teleskop dann im All. Um die Spannung auf die Aufnahmen aus bisher ungesehenen All-Regionen zu steigern, kündigte die NASA bereits an, was dann zu erwarten ist. Auf den Bildern seien unter anderem der sogenannte Carinanebel, eine Art Gaswolke, und der außerhalb unseres Sonnensystems gelegene Planet "Wasp-96 b" zu sehen, heißt es in der Mitteilung.

Die für Dienstag geplante Veröffentlichung der Fotos markiere auch den offiziellen Beginn der wissenschaftlichen Arbeit des bislang größten und leistungsfähigsten Teleskops, das je ins All gebracht wurde. Die NASA veröffentlichte zudem eine Art Vorschau - den Ausschnitt eines Bildes, auf dem Sterne und Galaxien zu sehen sind, entstanden mit 72 Aufnahmen in einem Zeitraum von 32 Stunden. Es handele sich um "eine der tiefgehendsten Aufnahmen, die je vom Universum gemacht wurden", hieß es von der NASA. Eigentlich sei es nur ein von einem Sensor aufgenommenes Testbild, das ursprünglich gar nicht zur Erde geschickt werden sollte. Es zeige aber trotzdem, wozu das Teleskop fähig sein werde.

Allererste Testbilder hatte das Teleskop bereits vor einigen Monaten zur Erde geschickt, darunter Fotos von einem Stern und ein Selfie. Bei den noch etwas verschwommenen Bildern hatte es sich aber ebenfalls um Testbilder gehandelt, mit denen bewiesen werden sollte, dass die Kamera und die 18 Spiegelsegmente des Teleskops grundsätzlich funktionieren.

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"James Webb" war am 25. Dezember an Bord einer Ariane-Trägerrakete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Während des rund vier Wochen langen Flugs wurden unter anderem der Sonnenschutz des Teleskops aufgespannt und die Spiegelsysteme ausgefahren. Im Januar erreichte "James Webb" dann seinen Zielorbit, danach richtete es seine Spiegelsegmente aus und testete sie.

Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen des Teleskops unter anderem Erkenntnisse über die Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Das "James Webb" wurde rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa 10 Milliarden Dollar. Es folgt auf das Teleskop "Hubble", das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 10. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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