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Sonde startet historische Mission "Juno" kommt Jupiter nahe

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Gebannt verfolgt eine Familie den Start.

dpa

Bis auf 5000 Kilometer soll sich die Solarsonde "Juno" den äußeren Atmosphäre-Wolken des Jupiters nähern - so nah wie bisher keine Mission. Doch vorerst ist die NASA-Sonde auf einem langen Weg. Erst 2016 soll sie den größten Planeten des Sonnensystems erreichen.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat die Solarenergie-Sonde "Juno" auf eine fünfjährige Reise zum Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems, geschickt. Eine "Atlas"-Rakete brachte die Sonde um 12.25 Uhr Ortszeit (18.25 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ins All. Die 1,1 Milliarden Dollar (773 Millionen Euro) teure Sonde soll die Umlaufbahn des Jupiters mit Hilfe ihres Solarantriebs im Juli 2016 erreichen.

Forscher erhoffen sich von der Mission Aufschlüsse darüber, ob der Gasplanet einen festen Kern aus schweren Elementen besitzt. Dazu soll die Sonde nach ihrer 675-Millionen-Kilometer-Reise den Jupiter ein Jahr lang auf einer stark elliptischen Umlaufbahn umrunden und sich dabei dessen äußersten Atmosphäre-Wolken auf bis zu 5000 Kilometern nähern. Keine andere Raumsonde hat den Jupiter bisher so eng umkreist.

Titan-Hülle zum Schutz

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Eine "Atlas"-Rakete brachte "Juno" ins All.

(Foto: REUTERS)

Dass "Juno" dem Gasplaneten so nahe kommt, hat seine Gefahren: Jupiters Strahlung ist extrem hoch, in unserem Sonnensystem übertrifft ihn nur die Sonne. Die NASA hat daher die empfindlichen Instrumente der Sonde zum Schutz in einer Titan-Hülle verstaut. "Wir schicken praktisch einen bewaffneten Panzer zum Jupiter", sagte Bolton. Hat "Juno" ihre 33 Runden absolviert, will die NASA die Sonde gezielt zum Absturz in den Planeten bringen.

"Junos" Reise zu dem Gasriesen ist auch ein Flug in die Anfänge des Sonnensystems: Unter den acht Planeten gilt der Jupiter als der erste, der sich nach Entstehung der Sonne gebildet hat. "Jupiter hat viele Geheimnisse", sagte Scott Bolton, einer der leitenden Forscher der Mission. Die NASA wolle die "Zutaten" für seine Zusammensetzung erfahren und damit das "Rezept für die Entstehung von Planeten".

"Pioneer","Voyager" und "Galileo"

Jupiter hatte schon häufiger Besuch von der Erde. Unter anderem sammelten "Pioneer 10" 1973 und die beiden "Voyager"-Sonden 1979 im Vorbeiflug Daten von dem Planeten. Die deutsch-amerikanische Weltraumsonde "Galileo" flog um den Planeten herum, stürzte 2003 wie geplant in die Atmosphäre des Planeten und verglühte dort.

Der Jupiter weist einen Durchmesser von knapp 143.000 Kilometern auf und umkreist die Sonne in einer Entfernung von 740 bis 815 Millionen Kilometern. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Sonne beträgt rund 150 Millionen Kilometer. Der Jupiter ist der sonnennächste der vier sogenannten äußeren Planeten, zu denen auch Saturn, Uranus und Neptun gehören. Die Erde zählt mit Merkur, Venus und Mars zu den vier inneren Planeten.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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