Wissen

Auswirkung auf Immunzellen Kann Salz auch Allergien fördern?

imago64969266h.jpg

Zu viel Salz könnte auch Allergien auslösen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Salz schmeckt und macht Lust auf mehr. Wie es sich jedoch auf die Gesundheit auswirkt, ist umstritten. Eine neue Untersuchung stellt nun eine Verbindung zwischen Natriumchlorid und Allergien her und geht auch auf Fast Food ein.

Zu viel Salz in der Nahrung ist schädlich. Es erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Übergewicht. Ein Übermaß beeinflusst die Gehirnleistung negativ. Zudem gibt es bereits Hinweise darauf, dass Natriumchlorid in der Nahrung eine Rolle bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose spielt. Grund genug für Forscher der Technischen Universität München, zu untersuchen, ob, wie und in welcher Konzentration sich das lebenswichtige Mineral auf das Immunsystem auswirkt.

Das Team um Julia Matthias hat dafür die Aktivität sogenannter T-Helfer-Zellen genauer unter die Lupe genommen. Die Forscher gaben verschiedene Konzentrationen von Natriumchlorid (Kochsalz, NaCl) zu diesen Helfer-Zellen von Mäusen und von gesunden Menschen. Sie sahen, dass bei hohen Salz-Konzentrationen vor allem Th2-Zellen entstanden. Die werden mit Allergien in Verbindung gebracht.

Salz verändert Helfer-Zellen

Durch das Salz wurden T-Zellen öfter zu den speziellen Th2-Zellen umgewandelt. NaCl steigerte außerdem die Aktivität dieser Zellen, was wiederum zu einer erhöhten Ausschüttung bestimmter Immunbotenstoffe führt, wie es auch bei Allergien der Fall ist. Um diesem möglichen Zusammenhang noch mehr auf den Grund zu gehen, untersuchten die Forscher nun die Haut von Menschen mit einer weit verbreiteten allergischen Hauterkrankung, der sogenanten atopischen Dermatitis.

Es zeigte sich, dass der Natriumchloridgehalt in den Zellen der Dermatitis-Patienten deutlich höher war als in Zellen von gesunder Haut. "Bislang konnten wir allerdings nicht nachweisen, wie die hohen Salzmengen in die Haut gelangen“, erklärt Christina Zielinski, die auch an der Studie beteiligt war. "Ebenso wenig wissen wir, ob man durch eine salzarme oder salzreiche Ernährung die Entstehung oder den Verlauf der Neurodermitis oder anderer allergischer Erkrankungen beeinflussen kann." Diese und ähnliche Fragen wollen sie und ihr Team in zukünftigen interdisziplinären Studien beantworten.

Die Forscher gehen dennoch davon aus, dass der Stellenwert von Salz in Lebensmitteln in Bezug auf die Entstehung von Allergien wesentlich höher ist als bisher angenommen. Ihre Ergebnisse könnten eine Erklärung dafür liefern, warum es in den letzten 50 Jahren zu einem immensen Anstieg von Allergien gekommen ist. Denn im Laufe dieser Zeit konsumierten immer mehr Menschen immer häufiger stark verarbeitete Lebensmittel und Fast Food - und mit diesen Nahrungsmitteln auch immer mehr Salz.

Wie viel Salz für den Körper nötig ist und ab welcher Menge es sich ungünstig auswirken kann, müssen weitere Forschungen klären. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachmagazin "Science" veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de, jaz

Mehr zum Thema