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Von wegen unsozial: Eine Studie zeigt, dass Katzen den Kontakt mit Menschen mögen.
Von wegen unsozial: Eine Studie zeigt, dass Katzen den Kontakt mit Menschen mögen.(Foto: dpa)
Dienstag, 04. April 2017

Schmuseeinheit schlägt Fressnapf: Katzen lieben Menschen doch

Bisher hieß es, Katzen sind eigenwillig und haben wenig Interesse an Menschen. Ein Irrglaube, wie eine Studie nun nahelegt: Sie haben sie sogar lieber als ihr Futter.

Hunde sind anhängliche und treue Gefährten, Katzen dagegen stur, eigenwillig und unsozial. So lautet das gängige Klischee. Doch das täuscht, wie Forscher der Oregon State University herausgefunden haben wollen. Demnach ist es um die Liebe unserer zuweilen desinteressierten Stubentiger doch nicht so schlecht bestellt.

Für ihre Studie, die gerade im Fachjounal "Behavioural Processes" veröffentlicht wurde, haben sich die Wissenschaftler um Kristyn Vitale Shreve 50 Katzen, die zum Teil in Familien und zum Teil in Tierheimen leben, angeschaut. Zunächst wurden alle Katzen für einige Stunden jeglichen Futters, Gerüchen, Spielzeugs und menschlichen Kontakts beraubt, um dann ihre Vorlieben abzuklopfen.

In der Testphase brachten die Wissenschaftler alle vier Kategorien wieder ins Spiel. Sie konfrontierten die Katzen in unterschiedlichen Versuchsszenarien mit den Stimulationen und maßen, wie lange sie mit den jeweiligen Reizen interagierten. Aus jeder Kategorie wurde anschließend derjenige Reiz ausgewählt, mit dem sich die Katze am meisten beschäftigt hatte. Danach konnten die Katzen wählen, ob sie lieber vom Lieblingsfutter naschen, den Lieblingsduft riechen, mit dem Lieblingsspielzeug spielen oder mit dem Besitzer agieren wollten.

Schmuseeinheit schlägt Fressnapf

Das Ergebnis überrascht: Die Hälfte der tierischen Probanden entschied sich für eine Schmuseeinheit mit dem Menschen. "Wir haben herausgefunden, dass 50 Prozent der getesteten Katzen die Interaktion mit dem sozialen Stimulus bevorzugte, auch wenn sie die direkte Wahl zwischen der sozialen Interaktion mit einem Menschen und ihrer am meisten bevorzugten Stimulanz aus den anderen drei Kategorien hatten", hielten die Forscher in ihrer Studie fest.

37 Prozent folgten ihrem Hunger und wählten den Fressnapf. Nur vier Samtpfoten entschieden sich für Spielzeuge und ein Sonderling für den Geruch. Keine Rolle spielte es dabei, ob die Katzen in einer Familie oder im Tierheim lebten.

Auch wenn die Studie nicht wirklich aussagekräftig ist, so legt sie doch nahe, dass Katzen den Kontakt zu Menschen genießen. Mindestens so sehr wie ihr tägliches Futter. Sechs Stubentiger zeigten im Experiment allerdings auch jene Eigenschaft, die den Katzen gerne nachgesagt wird: Sie bekundeten derart profundes Desinteresse an allen dargebotenen Reizen, dass ihre Daten nicht ausgewertet werden konnten. Sechs weitere Katzen schieden vorzeitig aus der Studie aus, weil sie die Untersuchungssituation zu stark stresste. Am Ende konnten also nur die Daten von 38 Katzen in die Bewertung einfließen.

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Quelle: n-tv.de