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Einsparungen in Europa möglich Klimawandel erhöht globalen Energiebedarf

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Manchmal reicht ein Ventilator nicht mehr aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Stürme, Hitze, Starkregen: Die Folgen durch den Klimawandel sind bereits deutlich spürbar. Wie er sich insgesamt auf den Energiebedarf in verschiedenen Regionen der Erde auswirken wird, berechnen Forscher und warnen.

Bei höheren Temperaturen durch den Klimawandel muss in kälteren Regionen einerseits weniger geheizt werden. Andererseits steigt jedoch in der warmen Jahreszeit der Energieverbrauch für Klima- und Bewässerungsanlagen. Wie sich der Klimawandel auf die vier wirtschaftlichen Kernbereiche Haushalt, Industrie, Unternehmen und Landwirtschaft hinsichtlich des Energiebedarfs weltweit bis 2050 auswirken wird, haben Forscher um Bas van Ruijven vom Institut für Angewandte Systemanalyse in Österreich berechnet.

Dafür spielten die Wissenschaftler den globalen Verbrauch unter fünf verschiedenen sozioökonomischen Szenarien durch. Zudem wurde der Klimawandel in ungebremster und in gemäßigter Form simuliert sowie grundlegende Veränderungen durch das Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Veränderungen hinzugezogen. Es zeigte sich, dass der globale Energiebedarf durch den Klimawandel insgesamt ansteigen wird. Bei gemäßigter Erwärmung ermittelten die Forscher einen Anstieg des Bedarfs an Strom, Brennstoffen und anderen Energiequellen um 11 bis 27 Prozent. Bei einem ungebremsten Klimawandel hingegen stieg dieser Wert um 25 bis 58 Prozent im Vergleich zum Basiswert.

Vor allem der Industrie- und der Dienstleistungssektor seien für den Anstieg verantwortlich, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht wurde. Demgegenüber stehen Haushalte und Landwirtschaft, die in den Berechnungen insgesamt keinen höheren Energiebedarf durch den Klimawandel haben werden. Eine Ausnahme stellt jedoch Strom dar. Dieser wird in allen Bereichen und in jedem Szenario mehr gebraucht werden.

Teilung der Welt

Bei dem wachsenden Energiebedarf sehen die Forscher nicht nur Unterschiede in den verschiedenen Bereichen, sondern auch regional. So wird es den Simulationen zufolge in den tropischen Gebieten und in Süden der USA durch zunehmende Hitze zu einer Erhöhung des Energiebedarfs um mehr als 50 Prozent kommen. In Südeuropa und in Teilen Chinas wird der Klimawandel einen mehr als 25 Prozent höheren Energiebedarf mit sich bringen. Die Forscher betonen zudem, dass im Mittleren Osten und in Afrika zwischen 147 und 446 Millionen Menschen mit den Anforderungen durch einen erhöhten Energiebedarf konfrontiert sein werden.

Ganz anders könnte es sich im Norden der USA, in großen Teilen Kanadas, Russland und Mittel- und Nordeuropa entwickeln. Die steigenden Temperaturen verringern die Zahl der kalten Tage im Winter und schaffen Einsparungen beim Heizen. Diese sind so groß, dass sie den Mehrbedarf für Kühlung in heißen Sommern übertreffen. Der Energiebedarf könnte in diesen Regionen um bis zu zehn Prozent sinken.

*Datenschutz

Der Klimawandel in Kombination mit der Bevölkerungsentwicklung könnten dazu führen, dass es zu einer Verschiebung des Energiebedarfs kommt. Es sei wahrscheinlich, dass in Zukunft vor allem die ärmeren Länder die Hauptlast des globalen Energieverbrauchs tragen. Menschen, die sich diese steigenden Kosten nicht leisten könnten, würden dadurch noch mehr hitzebedingten Gesundheitsproblemen und sogar dem Hitzetod ausgesetzt, warnen die Forscher.

Quelle: n-tv.de, jaz

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