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Tausende Kilometer Durchmesser Kollision mit Sonde löst riesige Staubwolke aus Asteroid

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Diese Aufnahme der "DART"-Sonde zeigt den Asteroidenmond Dimorphos elf Sekunden vor der Kollision.

(Foto: via REUTERS)

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Wie geplant krachen im All eine NASA-Sonde und ein Asteroid zusammen. Mit dem Manöver soll getestet werden, ob sich im Ernstfall gefährliche Himmelsobjekte an der Erde vorbeilenken lassen. Jetzt analysieren Forscher erste Bilder der Kollision. Was sie darauf sehen, sei "ziemlich unglaublich".

Die erste absichtlich herbeigeführte Kollision eines Raumfahrzeugs mit einem Asteroiden hat laut einem ersten Video des Manövers eine große Wirkung entfaltet. Auf den grobkörnigen Schwarz-Weiß-Bildern ist zunächst der Asteroidenmond Dimorphos zu sehen und dann eine riesige Wolke aus Trümmerteilen und Staub vor Dimorphos. Dies deutet darauf hin, dass die NASA-Sonde "DART" den Himmelskörper wie gewünscht stark in Mitleidenschaft zog.

"Wir haben bei Dimorphos einen Schaden angerichtet", sagte Patrick Michel von der Europäischen Weltraumagentur (ESA), die an der Auswertung des Experiments beteiligt ist. Das Volumen des "hinausgeschleuderten Materials" sei "ziemlich unglaublich". Anhand der Staubwolke können nun Schätzungen zur Dichte der Oberfläche von Dimorphos angestellt werden.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hatte die Weltraumsonde "DART" vergangenes Jahr ins All geschickt, um sie gezielt mit dem Asteroidenmond Dimorphos zusammenstoßen zu lassen und dessen Umlaufbahn zu verändern. In der Nacht zum Dienstag raste die Sonde, die etwa so groß wie ein Auto war, dann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 23.000 Kilometern pro Stunde in den Himmelskörper.

Es war das erste Manöver im All überhaupt, mit dem die Abwehr eines die Erde bedrohenden Asteroiden getestet werden sollte. Ziel war es, die Umlaufbahn von Dimorphos um den Asteroiden Didymos leicht zu verändern und seine Umlaufzeit von bisher knapp zwölf Stunden um bis zu zehn Minuten zu verkürzen.

Wie aus einem Hollywood-Streifen

Um im Ernstfall einen gefährlichen Asteroiden an der Erde vorbeizulenken, wären bei einem frühzeitigen Eingreifen auch nur minimale Kursänderungen nötig. Eine ähnliche Technik war bisher nur aus Science-Fiction-Filmen wie "Armageddon" bekannt.

Das Asteroiden-Warnsystem Atlas veröffentlichte ein Video des Manövers, das aus Bildern seines Teleskops in Südafrika zusammengesetzt wurde. Nach Angaben von Atlas-Wissenschaftler Larry Denneau nahm das Teleskop dafür alle 40 Sekunden ein Bild auf. Das daraus zusammengefügte Video gebe daher einen Zeitraum von zwei Stunden im Zeitraffer wieder. Denneau hob hervor, dass die "DART"-Sonde bei ihrem Aufprall eine "sehr, sehr große" Staubwolke erzeugt habe. Sie habe einen Durchmesser von mehreren tausend Kilometern gehabt.

Die Analyse des "DART"-Experiments wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Für eine noch genauere Untersuchung will die ESA 2024 ihre Sonde "Hera" losschicken, die den Asteroiden zwei Jahre später erreichen soll. An der Mission ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) maßgeblich beteiligt.

Quelle: ntv.de, kse/AFP

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