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Soll mehrere Vorteile bieten Kommt der Corona-Impfstoff zum Schlucken?

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Ein oraler Impfstoff soll weniger Nebenwirkungen haben, sagt Oramed-Chef Kidron.

(Foto: imago images/Westend61)

Die Spritze ist Sinnbild für die Impfkampagne gegen das Coronavirus - doch das könnte sich in Zukunft ändern. Denn eine Firma entwickelt derzeit einen Corona-Impfstoff, der nur noch geschluckt werden muss. Versuche an Menschen sollen noch im zweiten Quartal des Jahres starten.

Bisher ist ein Piks in den Oberarm notwendig, um Menschen gegen Covid-19 zu impfen. Das US-israelische Unternehmen Oramed will das ändern. Es entwickelt einen Corona-Impfstoff, der nur geschluckt werden muss. Oramed-Chef Nadav Kidron hat im Gespräch mit der "Jerusalem Post" einige Details verraten.

So soll der orale Corona-Impfstoff einige Vorteile mit sich bringen, erklärt Kidron: Zum einen soll er besser vor Virusvarianten schützen. Denn das Vakzin ziele auf gleich drei Strukturproteine von Sars-CoV-2 - im Gegensatz zu dem einzelnen Spike-Protein, auf das die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer ausgerichtet seien. Zudem betont Kidron, dass orale Medikamente tendenziell weniger Nebenwirkungen hätten.

Bei der Corona-Pille handelt es sich laut Kidron um einen Impfstoff auf Hefebasis, was den Zeit- und Kostenaufwand für die Produktion deutlich geringer mache als bei den bereits zugelassenen Konkurrenten. Der Impfstoff könne zudem bei Kühlschranktemperatur versandt und sogar bei Raumtemperatur gelagert werden, "was es logistisch einfacher macht, ihn überall auf der Welt zu verteilen", so Kidron.

Menschen könnten das orale Vakzin möglicherweise sogar zu Hause einnehmen, sagt der Oramed-Chef. "Während die einfache Verabreichung heute entscheidend ist, um die Durchimpfungsraten zu beschleunigen, könnte ein Schluckimpfstoff sogar noch wertvoller werden, falls ein Covid-19-Impfstoff ähnlich wie die Standard-Grippeimpfung jährlich empfohlen wird."

Klinische Phase soll bald starten

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Bisher wurde der orale Corona-Impfstoff nur in Tierversuchen getestet, teilte das Unternehmen mit. Dort soll er bereits nachgewiesen haben, dass er die Bildung von wichtigen Antikörpern anregt, die vor einer Virusinfektion schützen. Im kommenden Quartal sollen Tests an Menschen beginnen.

Klinische Studien bestehen aus drei Phasen - in der ersten wird an wenigen Probanden geprüft, ob der Impfstoff verträglich ist und eine Immunabwehrreaktion hervorrufen kann. Erst später wird in einer dritten Phase die Wirksamkeit getestet. Dazwischen liegen nach bisherigen Erfahrungen jedoch mindestens mehrere Monate.

Klinische Studien könnten laut Kidron in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel oder auch Mexiko durchgeführt werden. Das Unternehmen hofft, das Vakzin auch in Afrika testen zu können, wo sich ein oraler Impfstoff als wichtig erweisen könnte.

Quelle: ntv.de, kst

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