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Wie kam das Loch in die Sojus? Kosmonaut: Soziale Medien liegen falsch

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Außenbordeinsatz am 12. Dezember 2018: Zwei Raumfahrer überprüfen das Leck, das Ende August zu einem leichten Druckabfall auf der ISS geführt hatte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Loch, das die Raumfahrer an Bord der Internationalen Raumstation Ende August in der Sojus-Kapsel entdecken, ist rund zwei Millimeter groß. Sie dichten es ab, doch wie war es überhaupt entstanden? Es wird wild spekuliert. Dazu äußert sich nun Kosmonaut Prokopjew .

Der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew hält Berichte in sozialen Medien über das Loch in der Raumkapsel, mit der er mit dem deutschen Raumfahrer Alexander Gerst zur Erde zurückgekommen ist, für übertrieben und falsch. Es sei im Internet viel darüber geredet worden, sagte Prokopjew laut Berichten russischer Medien. "Ich versichere, das fast alles, was in den sozialen Netzwerken darüber geschrieben wurde, praktisch nicht stimmt."

In einer an der Internationalen Raumstation ISS angedockten Sojus-Raumkapsel war Ende August ein Loch festgestellt worden, das einen Druckabfall ausgelöst hatte. Dies hatte Anlass zu Spekulationen gegeben, etwa über Sabotage. Eine Version lautete, ein ISS-Besatzungsmitglied habe das Loch absichtlich gebohrt, damit der Rückflug früher stattfinde als geplant. Außerdem wurde gemutmaßt, ein Techniker auf der Erde sei mit dem Bohrer abgerutscht und habe das Leck dann heimlich abgedichtet.

Die Crew der ISS habe gut auf den Vorfall reagiert, betonte Prokopjew. "Wir haben sehr gut zusammengearbeitet, um aus dieser Notsituation herauszukommen." Das Loch wurde erfolgreich abgedichtet, die Ursache ist aber noch immer unklar. Gerst brachte am vergangenen Donnerstag Proben aus der Raumkapsel zur Erde mit. Experten hoffen, damit endlich die Ursache klären zu können.

Der Rückflug der Raumkapsel mit Gerst, Prokopjew und US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor an Bord war ohne Zwischenfälle verlaufen. Das Leck befand sich in einer Art Schleuse der Kapsel, die Raumfahrer zum Koppeln an die ISS und zum Umstieg in die Station nutzen. Dieses Modul wurde bei der Rückkehr abgesprengt.

Quelle: ntv.de, asc/dpa