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Kuriose Mimikry Kröte klingt und sieht aus wie Giftschlange

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Die kongolesische Riesenkröte (Sclerophrys channingi) ahmt eine Viper nach.

(Foto: Konrad Mebert/dpa)

Mimikry, also eine Anpassung, die der Täuschung und dem Schutz dient, ist im Tierreich nicht selten. Nun aber stellen Forscher den ersten Fall vor, in dem sich eine Amphibie als Giftschlange tarnt. Die Kröte imitiert sogar nicht nur das Aussehen der Viper, sondern auch deren Geräusche.

Zum Schutz vor Fressfeinden tarnt sich eine afrikanische Kröte als hochgiftige Schlange. Ein internationales Forscherteam berichtet über die verblüffende Ähnlichkeit zwischen der kongolesischen Riesenkröte Sclerophrys channingi und der Gabunviper (Bitis gabonica) - einer der größten Giftschlangen Afrikas.

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Die Ähnlichkeit ist verblüffend: Vergleich einer Kröte und einer Gabunviper.

(Foto: Colin Tilbury/dpa)

Demnach ähnelt schon die dreieckige Körperform der bis zu 14 Zentimeter langen Kröte dem nur wenig kleineren Kopf der Viper. Auch die dunklen runden Flecken und ein dunkler Längsstreifen auf dem Rücken finden sich auf dem Schlangenkopf. Auffällig sei auch die für eine Kröte glatte Haut, schreibt das Team um Eli Greenbaum von der University of Texas in El Paso im "Journal of Natural History". Besonders kurios ist, dass die Kröte ähnlich wie die Schlange zischt, wenn sie sich bedroht fühlt.

"Gibt vor, gefährlich oder giftig zu sein"

"Das ist eine Form von Mimikry, bei der eine harmlose Art Fressfeinde vermeidet, indem sie vorgibt, gefährlich oder giftig zu sein", wird Greenbaum in einer Mitteilung der Zeitschrift zitiert. Die Gabunviper gilt als eine der größten Giftschlangen weltweit und hat die längsten Giftzähne aller Schlangen.

Den Forschern zufolge lebt die Kröte in der Demokratischen Republik Kongo ausschließlich an Orten, an denen auch die Schlange heimisch ist. Genetischen Analysen zufolge entstanden beide Tiere zu einer ähnlichen Zeit, vor etwa vier bis fünf Millionen Jahren. Angesichts der Ähnlichkeit, des gemeinsamen Lebensraums und der Entstehungszeit gehen die Forscher davon aus, dass sich beide Arten parallel entwickelten.

Aussehen und Zischlaute schrecken ab

Wegen ihrer Größe sei die Kröte eine verlockende Beute für Räuber, darunter Echsen, Säugetiere, Schlangen und Vögel, sagt Ko-Autor Chifundera Kusamba vom Centre de Recherche en Sciences Naturelles im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Aus der Entfernung machten solche Fressfeinde aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Reptil vermutlich einen Bogen um die Kröte - nicht nur wegen des Aussehens, sondern auch wegen der Zisch-Laute.

Mimikry ist im Tierreich weit verbreitet und etwa bei Schmetterlingen, Fischen, Echsen und Schlangen zu finden. So gibt es etwa in Amerika etliche harmlose Natter-Arten, deren gestreifte Färbung den giftigen Korallenottern ähnelt. Die nun beschriebene Kröte sei der erste bekannte Fall, in dem ein Froschlurch sich als giftige Schlange tarne, betont das Team.

Quelle: ntv.de, Walter Willems, dpa

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