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"Apollo 14"-Gesteinsanalyse Mond älter als gedacht

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Der Erdtrabant ist älter als bisher gedacht.

(Foto: dpa)

Die meisten Forscher gehen davon aus, dass der Mond Ergebnis des Einschlags eines Himmelskörpers auf der jungen Erde ist. Sein genaues Alter ist schwer zu bestimmen. Aber Gesteinsproben ergeben nun: er ist wohl 40 bis 140 Millionen Jahre älter als gedacht.

Der Mond ist möglicherweise noch etwas älter als gedacht. Das legt eine neue Analyse von Gesteinsproben der "Apollo 14"-Mission nahe. Der Erdtrabant habe sich demnach bereits innerhalb der ersten 60 Millionen Jahre nach der Geburt unseres Sonnensystems geformt, berichten Forscher um Melanie Barboni von der University of California in Los Angeles im Fachblatt "Science Advances". Das ist 40 bis 140 Millionen Jahre früher als in den meisten bisherigen Annahmen.

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Zirkon-Probe der "Apollo 14-Mission.

(Foto: Mélanie Barboni/dpa)

Die meisten Forscher gehen davon aus, dass der Mond das Resultat des gigantischen Einschlags eines etwa marsgroßen Himmelskörpers auf der jungen Erde ist. Alternativ könnte sich der Erdtrabant auch durch eine Serie größerer Einschläge nach und nach gebildet haben. Diesem ursprünglich bereits verworfenen Szenario hatten israelische Forscher kürzlich mit detaillierten Modellrechnungen neues Leben eingehaucht.

Schwierige Altersbestimmung

Das genaue Alter des Mondes ist schwer zu bestimmen. Das Team um Melanie Barboni hat nun acht Zirkon-Fragmente untersucht, die mit der "Apollo 14"-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa 1971 auf die Erde gekommen waren.

Zirkon gilt als eines der ältesten Minerale in der Kruste der Erde und des Mondes. Sowohl eine Uran-Blei- als auch eine Hafnium-Datierungsmethode ergaben übereinstimmend ein Alter von rund 4,51 Milliarden Jahren für die "Apollo"-Proben, plusminus zehn Millionen Jahre, wie die Forscher berichten.

Das ist nicht nur älter als die meisten bisherigen Schätzungen, sondern auch noch etwas älter als eine frühere Analyse derselben Bodenproben mit anderen Methoden. Das Alter des Mondes sei nicht nur bedeutend für ein tieferes Verständnis des Erde-Mond-Systems, sondern auch für die Evolution des Sonnensystems während später Stadien der Planetenentstehung, betonen die Wissenschaftler.

Quelle: ntv.de, Till Mundzeck, dpa