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Riesiger Meteoritenkrater entdecktMuss die Erdhistorie umgeschrieben werden?

23.03.2015, 21:31 Uhr
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Der australische Kontinent in einer Nasa-Satellitenaufnahme. (Foto: picture alliance / dpa)

Vor Hunderten von Millionen Jahren soll ein gigantischer Meteorit auf der Erde eingeschlagen sein, der möglicherweise das Wissen über die Erdentstehung über den Haufen werfen könnte. In Australien werden jetzt die Narben des Einschlags entdeckt.

Wissenschaftler haben in Australien möglicherweise Spuren eines gigantischen Meteoritenkraters entdeckt. Der Krater mit einem Durchmesser von rund 400 Kilometern wurde durch einen Einschlag vor Hunderten Millionen Jahren gebildet, heißt es in einem in der europäischen Fachzeitschrift "Tectonophysics" veröffentlichten Artikel. Es wäre der größte jemals entdeckte Meteoritenkrater. Ein Einschlag solchen Ausmaßes könnte nach Ansicht der Wissenschaftler die Theorien über die Erdhistorie über den Haufen werfen.

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht.

ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern.

KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. 

Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

Der Krater ist auf der Erdoberfläche längst nicht mehr zu sehen, seine Spuren finden sich dem Fachartikel zufolge in der Erdkruste. Auf den Krater wiesen zwei "Narben" hin, die von den Geophysikern um Andrew Glikson von der Australian National University (ANU) entdeckt wurden. Der Meteorit müsse also vor dem Einschlag auseinandergebrochen sein. Beide Teile hätten einen Durchmesser von je zehn Kilometern gehabt. Ihr Einschlag habe seinerzeit vermutlich zahlreiche Arten auf dem Planeten ausgelöscht.

Die Einschlagszone sei von den Wissenschaftlern bei geothermischen Bohrungen in Queensland im Nordosten des Kontinents und in den Northern Territories entdeckt worden. Die Bodenproben hätten Spuren von verglasten Gesteinen zutage gefördert - ein Hinweis auf extreme Temperaturen und extremen Druck durch einen Meteoriteneinschlag.

Ein geomagnetisches Modell der Erdkruste in der Region zeige zwei gewaltige Dome, reich an Eisen und Magnesium, die der Zusammensetzung des Erdmantels entsprächen. Der Erdmantel ist die fast 3000 Kilometer dicke Schicht zwischen Erdkern und -kruste. Letztere sei an der Stelle etwa 30 Kilometer dick.

Exakt datieren konnten die Wissenschaftler den Einschlag nicht. Die den Krater umgebenden Felsen seien zwischen 300 und 600 Millionen Jahre alt.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP

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