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Landung nach zwei Jahren Mysteriöser Raumgleiter beendet Rekordflug

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Verblüffende Ähnlichkeit: Die X-37B sieht aus wie ein Mini-Space-Shuttle.

(Foto: U.S. Air Force)

Es ist eines der geheimnisvollsten Raumfahrt-Projekte: Der Raumgleiter X-37B der US-Luftwaffe ist nach einem Rekordaufenthalt von mehr als zwei Jahren im Erdorbit wieder gelandet. Es ist bereits der fünfte Flug des unbemannten Raumschiffs. Was steckt dahinter?

Nach einer Rekorddauer von 780 Tagen ist der unbemannte US-Weltraumgleiter X-37B überraschend zur Erde zurückgekehrt. Bereits am Sonntag landete das geheimnisumwitterte Fluggerät im Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida. Es war der fünfte Flug des geheimen Programms der US-amerikanischen Luftstreitkräfte. Jeder Testflug war länger als sein Vorgänger, zusammengenommen hat die X-37B bereits 2865 Tage im Weltraum verbracht.

"Mit der heutigen Landung hat die X-37B ihren bisher längsten Flug absolviert und alle Missionsziele erfolgreich absolviert", sagte Randy Walden, Direktor der zuständigen Spezialabteilung der US-Luftstreitkräfte laut dem Sender CBS. Dieses Programm werde weiter an die "Grenzen des Machbaren" bei dem einzigen wiederverwertbaren Raumschiff der US-Luftwaffe gehen.

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Die X-37B in der Nutzlast-Verkleidung einer Atlas-V-5-Rakete (Foto aus dem Jahr 2011).

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der vom Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing gebaute unbemannte Orbiter ähnelt vom Aufbau her den mittlerweile außer Dienst gestellten Space Shuttles, ist allerdings eher eine Mini-Version. Denn die X-37B ist nur rund neun Meter, ein Space Shuttle ist etwa viermal länger. Beide Fluggeräte ähneln sich auch bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und Landung, die wie bei einem Flugzeug horizontal auf einer Landebahn ausgeführt wird. Die X-37B verfügt zudem über einen etwa ein mal zwei Meter großen Laderaum und verwendet ein ausklappbares Solarmodul als Energielieferanten.

Mini-Satelliten ausgesetzt

Unklar ist jedoch, welche Versuche genau bei den Testflügen ausgeführt werden - die Missionen der X-37B sind geheim. Auch die US-Luftwaffe gibt nur wenige Details bekannt. Laut Walden wurden beim jüngsten Rekordflug unter anderem kleine Satelliten ins All transportiert und Experimente für das Air Force Research Laboratory (AFRL) durchgeführt. Letzteres wiederum arbeitet nach eigenen Angaben an "Kriegstechnologien" für den Luft- und Weltraum sowie den Cyberspace. Unter anderem wird dort an Laserwaffen geforscht, mit denen sich Flugzeuge in Zukunft gegen Lenkraketen verteidigen können sollen.

Was laut CNN als gesichert gilt: Die X-37B soll neue Navigationssysteme sowie Methoden zum sicheren Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und sichere Landungen erforschen. Der Raumgleiter ist neben der Dragon-Kapsel des Raumfahrtunternehmens SpaceX das derzeit einzige wiederverwertbare Raumschiff. Gestartet wird die X-37B an der Spitze von leistungsstarken Raketen, wie zuletzt im September 2017 von der "Falcon 9" von SpaceX. Der nächste Start ist für das kommende Jahr geplant.

Quelle: ntv.de, kst