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Ein gewaltiger Flare bricht aus Proxima Centauri aus - hier in einer Computergrafik.
Ein gewaltiger Flare bricht aus Proxima Centauri aus - hier in einer Computergrafik.(Foto: Roberto Molar Candanosa / Carnegie Institution for Science, NASA/SDO, NASA/JPL)
Freitag, 02. März 2018

Rückschlag für Alien-Suche: Naher Exoplanet erhält tödliche Strahlendosis

Der zur Erde nächste Exoplanet im All gilt bisher als mögliche Heimat für außerirdisches Leben. Doch neue Beobachtung zeigen: Proxima Centauri b leidet unter Strahlungsausbrüchen seines Heimatsterns. Und diese haben es in sich.

Die Entdeckung eines Planeten um unseren nächsten Nachbarn im All, dem 4,2 Lichtjahre entfernten Stern Proxima Centauri, sorgte 2016 für Begeisterung. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass der Exoplanet der Erde in vielerlei Hinsicht ähnlich ist: Er ist annähernd so groß und umkreist seinen Heimatstern ebenfalls innerhalb der sogenannten habitablen Zone, in der aufgrund gemäßigter Temperaturen Wasser in flüssiger Form vorkommen kann. Daher galt es bisher sogar als denkbar, dass der Planet mit dem Namen Proxima Centauri b Leben beherbergt, wie wir es von der Erde kennen.

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Doch diese Hoffnung erhält nun einen kräftigen Dämpfer: Forscher haben Hinweise auf einen heftigen Strahlungsausbruch des Sterns im vergangenen März festgestellt. "Der 24. März 2017 war kein normaler Tag für Proxima Cen", sagte Meredith MacGregor von der Carnegie Institution for Science, die gemeinsam mit Kollegen unseren Nachbarstern im All untersucht hat. Ihr Beobachtungsgerät war das aus 66 Antennen bestehende Radioteleskop Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (Alma) in Chile.

Was die Wissenschaftler feststellen mussten: An diesem einen Tag stieg die Helligkeit von Proxima Centauri für zehn Sekunden um das Tausendfache an. In der Spitze war die Eruption an der Oberfläche des Sterns, ein sogenannter Flare, sogar zehn Mal intensiver als die größten Ausbrüche auf unserer Sonne. Dabei ist Proxima Centauri ein Roter Zwerg und üblicherweise viel kleiner und lichtschwächer als unser Zentralgestirn.

Dieser gewaltige Ausbruch dürfte für mögliches Leben auf dem Planeten ein erhebliches Problem darstellen. Denn die Forscher gehen davon aus, dass der Exoplanet während des Flares von einem Puls energiereicher Strahlung getroffen wurde. Eine Dosis in dieser Höhe wäre für Leben, wie wir es kennen, tödlich.

Wenn man davon zudem ausgeht, dass dies nicht der einzige Ausbruch in der Geschichte des Sterns war, macht dies der Vorstellung von komplexen Lebensformen auf dem Planeten den Garaus. "In den Milliarden Jahren, seit Proxima Centauri B entstanden ist, könnten Strahlenausbrüche wie dieser die Atmosphäre und mögliche Ozeane verdampft und die Oberfläche des Planeten sterilisiert haben", erklärt MacGregor.

Quelle: n-tv.de