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Fliegenfamilie mit großer Zunge Neue Arten heißen wie Rolling Stones

Wenn ein Insektenforscher Fan der Rolling Stones ist, kann das für fossile Fliegen Folgen haben: Sie wurden nach der Rockband benannt und heißen jetzt zum Beispiel Petroperla mickjaggeri. Die Entdeckung der "Rolling Stoneflies" sei aber mehr als ein Gag, so der Forscher.

Die Rockband Rolling Stones gibt es jetzt auch in Bernstein, der viele Millionen Jahre alt ist. Ein Stuttgarter Insektenforscher und großer Rolling-Stones-Fan hat eine nun entdeckte Steinfliegenfamilie nach der britischen Kultband benannt. Allen derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern der 2003 geadelten Band um Mick Jagger und Keith Richards, beide mittlerweile 74 Jahre alt, wurde je eine fossile Art gewidmet.

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Insektenforscher Staniczek mit einer von sieben neu entdeckten, in uraltem Bernstein konservierten Steinfliegen, der "Largusoperla micktaylori".

(Foto: Christoph Schmidt/dpa)

Die Entdeckung der "Rolling Stoneflies" sei mehr als ein Gag, versicherte Forscher Arnold Staniczek. Die fossilen Insekten vertieften das Wissen über das Leben in kreidezeitlichen Bernsteinwäldern. Sie beleuchteten die Evolution der Steinfliegen, die sich damals die Erde noch mit Dinos teilten.

Eine notwendige wissenschaftliche Veröffentlichung mit der Benennung folge in Kürze. Der Burmesische Bernstein sei 100 Millionen Jahre alt; Steinfliegen eine der ältesten Gruppen der geflügelten Insekten, sagte Staniczek.

Einladung für Stones nach Stuttgart

Das Naturkundemuseum in Stuttgart besitzt eine der weltweit wichtigsten Sammlungen von Bernstein mit eingeschlossenen Fliegen oder Libellen - jetzt mit der Art Petroperla mickjaggeri als Hommage an Stones-Sänger Mick Jagger und Lapisperla keithrichardsi, benannt nach Gitarrist Keith Richards. Staniczek entdeckte bei der neuen Fliegenfamilie auch eine vergleichsweise große Zunge - das Logo der Stones ist eben diese.

Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können: Die Band ist auf Tour, spielt am 22. Juni in Berlin und am 30. Juni in Stuttgart. "Sollten Mick oder Keith sich die nach ihnen benannten Arten ansehen wollen, sind sie herzlich eingeladen, im Naturkundemuseum Stuttgart vorbeizuschauen", sagte Staniczek.

Die Benennung von Arten nach bekannten Personen ist in der Biologie durchaus üblich. So gibt es zum Beispiel eine Spinne, die nach Harrison Ford benannt ist (Calponia harrisonfordi), eine andere, die wie Loriot heißt, (Otacilia loriot) und einen Frosch, dessen Name von Prinz Charles inspiriert wurde (Hyloscirtus princecharlesi).

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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