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Leben von 90 Prozent gerettet Neue Ebola-Medikamente zeigen Wirkung

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Gesundheitsfachkräfte überprüfen mit Schutzausrüstung einen Patienten, der in einem Kunststoffwürfel in einem Ebola-Behandlungszentrum in Beni, Kongo, isoliert ist.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Ausbruch des Ebola-Virus im Kongo lässt Forscher dazu übergehen, experimentelle Medikamente vor Ort bei hunderten Erkrankten anzuwenden. Mit zwei neuen Wirkstoffen werden viele Leben gerettet. Sie könnten die gefährliche Virus-Erkrankung zu einer behandelbaren Krankheit machen.

Bereits seit gut einem Jahr grassiert das Ebola-Virus im Kongo. Von den 2800 infizierten Patienten sind fast 1900 Menschen gestorben. Als Reaktion auf den Ausbruch haben US-Forscher des National Institutes of Health (NIH) im November 2018 eine Studie begonnen. Untersucht werden sollte die Wirksamkeit von insgesamt vier vielversprechenden Medikamenten. Alle vier experimentellen Medikamente kamen im Rahmen der Untersuchung bei bereits erkrankten Ebola-Patienten zum Einsatz.

Ebola-Virus

Das in Afrika vorkommende Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es führt in 50 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel.
Das Virus wird nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts hauptsächlich durch direkten, engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, wahrscheinlich über bluthaltige Körpersekrete. Nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen bis drei Wochen führt die Krankheit meist zu Fieber und inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber), die Mehrheit der Patienten stirbt an Lungenversagen und Kreislaufschock.
Das Virus, das zuerst am Ebola-Fluss im Kongo auftauchte, lässt sich im Blut, Urin und Rachensekret nachweisen. Schon der Verdacht auf eine Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.

Bei den Tests stellte sich nun heraus, dass zwei der vier Wirkstoffe tatsächlich die Zahl der Todesfälle deutlich verringern können. Mehr als 90 Prozent der Infizierten Ebola-Patienten könnten mit Hilfe dieser Therapie überleben, wenn sie frühzeitig damit behandelt werden, schreiben die Forscher laut der britischen BBC. Die Medikamente mit den vorläufigen Bezeichnungen REGN-EB3 und mAb1114 greifen das Ebola-Virus mit Antikörpern direkt an und verhindern, dass der Virus sich ausbreitet. Die beiden Wirkstoffe wurden auf der Grundlage von Antikörpern entwickelt, die von überlebenden Ebola-Patienten gewonnen wurden.

Behandlung aller Erkrankten

Es sind die "ersten Medikamente, die in einer wissenschaftlich fundierten Studie eindeutig eine signifikante Abnahme der Mortalität gezeigt haben" fasst Anthony Fauci, Direktor des US-amerikanischen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) die bisherigen Ergebnisse zusammen. Auch wenn die Untersuchung noch nicht beendet ist, wurden aufgrund der bisher ausgewerteten Fälle die beiden anderen Wirkstoffe vorzeitig aus der Studie rausgestrichen. Laut Gesundheitsbehörden sollen die beiden wirksamen Medikamente nun zur Behandlung aller Ebola-Patienten im Kongo eingesetzt werden.

Die Studienergebnisse könnten dazu führen, dass Ebola in Zukunft in eine vermeidbare und behandelbare Krankheit verwandelt werden kann. Zudem ist denkbar, dass die Behandlungserfolge das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber moderner Medizin und ausländischen Helfern minimiert. Im besten Fall führen sie dazu, dass sich infizierte Personen früher in Behandlung begeben und so ihre Überlebenschancen steigen.

Der Ebola-Ausbruch im letzten Jahr im Kongo gilt als der schlimmste seit der Epidemie von 2014/2015. Insgesamt erlagen damals mehr als 11.000 Menschen in Westafrika ihrer Ebola-Erkrankung.

Quelle: n-tv.de, jaz

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