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Jupiter überstrahlt alle Oktober hat partielle Sonnenfinsternis im Gepäck

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Je nachdem wie die Wetterbedingungen sind, könnte die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland gut zu sehen sein.

(Foto: Henning Kaiser/dpa)

Jupiter übertrifft im Oktober alle Sterne und Planeten an Helligkeit. Auch Mars strahlt immer kräftiger. Am Taghimmel bieten Sonne und Mond ein besonderes Schauspiel.

Herausragendes Himmelsereignis im Oktober ist eine partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober. Sie ist in den frühen Mittagsstunden von ganz Deutschland aus zu beobachten. Um 12.49 Uhr tritt die Neumondphase ein. Da der Mond am folgenden Tag die scheinbare Sonnenbahn von Nord nach Süd überquert, streift er die Sonnenscheibe und bedeckt einige Prozent ihrer Fläche. Die nächste von Deutschland aus zu beobachtende Sonnenfinsternis findet erst am 29. März 2025 statt.

Am Nachthimmel tut sich einiges. Mit Einbruch der nun immer früher einsetzenden Dunkelheit sieht man bereits hoch im Osten den hellglänzenden Jupiter. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild der Fische und übertrifft alle Sterne und Planeten an Helligkeit. Vom Morgenhimmel beginnt sich Jupiter zurückzuziehen. Am 8. Oktober erhält der Riesenplanet Besuch vom fast vollen Mond.

Saturn im Sternbild Steinbock ist Planet der ersten Nachthälfte. Der Ringplanet geht am 1. kurz vor 3 Uhr morgens unter, Ende Oktober schon eine Viertelstunde vor Mitternacht. In der Nacht vom 5. auf 6. wandert der zunehmende Mond rund vier Grad südlich an Saturn vorbei.

Mars im Sternbild Stier geht Anfang des Monats kurz vor 22 Uhr auf, am Monatsende schon wenige Minuten nach 19.00 Uhr. Der eiskalte Wüstenplanet nimmt kräftig an Helligkeit zu. Nur noch Jupiter und Sirius übertreffen den Roten Planeten an Glanz.

"Obere Konjunktion"

Venus hat ihre Morgensternperiode beendet. Sie läuft der Sonne im Tierkreis nach. Am 22. Oktober holt sie die Sonne im Sternbild Jungfrau nahe der Grenze zur Waage ein. Von der Erde aus betrachtet steht sie dann hinter der Sonne, allerdings nicht genau: Sie wandert rund zwei Vollmondbreiten nördlich an der Sonne vorbei. Dies entspricht dem doppelten Sonnendurchmesser. Diese Konstellation wird in der Fachsprache der Astronomie "obere Konjunktion" genannt. Dabei erreicht Venus mit 257 Millionen Kilometern ihren größten Abstand von der Erde. Nach dem 22. wächst der östliche Winkelabstand der Venus von der Sonne langsam an. Im Dezember wird man Venus bald nach Sonnenuntergang am westlichen Abendhimmel erspähen können. Damit beginnt ihre Abendsternperiode, die bis Ende Juli 2023 dauert.

Merkur bietet im Oktober die günstigste Morgensichtbarkeit des ganzen Jahres. Die beste Zeit, den sonnennächsten und kleinsten Planeten zu erspähen, sind die Tage vom 10. bis 16. Oktober. Am 10. geht der flinke Planet zehn Minuten vor 6 Uhr morgens auf. Bis 16. verspäten sich die Merkuraufgänge um eine halbe Stunde. Kurz vor 7 Uhr verblasst der Planet in der Morgenhelle.

Nur knapp drei Monate benötigt Merkur, um einmal um die Sonne zu laufen. Seine von Kratern übersäte Gesteinsoberfläche heizt sich tagsüber auf über 400 Grad auf. In der 88 Tage langen Merkurnacht sinkt die Temperatur auf minus 180 Grad ab. Merkur besitzt weder Wasser noch eine Atmosphäre. Merkur läuft in einer stark elliptischen Bahn. Er kann der Sonne bis auf 46 Millionen Kilometer nahekommen, dies sind nur 39 Prozent der Distanz Sonne - Erde. In Sonnenferne trennen Merkur 70 Millionen Kilometer vom Sonnenball.

Herbstviereck im Süden

Der Himmels-W, die Königin Kassiopeia, ist hoch im Nordosten zu erkennen. Die mittlere Spitze des Sternen-Ws deutet ungefähr auf den Polarstern. Der Große Wagen ist tief im Norden, nahe dem Horizont zu entdecken. Der Polarstern markiert das Deichselende des Kleinen Wagens. Der Kleine Wagen ist viel schwerer zu erkennen als der Große, nicht etwa, weil er kleiner ist, sondern weil seine Sterne viel lichtschwächer sind als die des Großen Wagens.

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Nördlicher Sternenhimmel: Ein Teil der Sternbilder des nördlichen Himmels geht für die geografische Breite Mitteleuropas nie unter und kann stets in etwa Nordrichtung beobachtet werden.

(Foto: picture-alliance / Picture-Alliance)

Das Herbstviereck steht hoch im Süden. Man nennt es Pegasusquadrat, weil es das Herzstück des Sternbildes Pegasus bildet. Der Pegasus ist ein geflügeltes Pferd, das den Poeten zu ihren Gedankenflügen verhelfen soll. Im Pegasus steht ein Stern namens Helvetios. Bei ihm wurde 1995 erstmals ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Dimidium, wie er genannt wurde, umkreist seine Muttersonne in nur vier Tagen. Helvetios und sein Planet sind 50 Lichtjahre von der Erde entfernt.

An der Nordostecke des Herbstvierecks hängt die Sternenkette der Andromeda. Der Mythologie nach ist die Prinzessin Andromeda die Tochter der eitlen Königin Kassiopeia. Bei guten Sichtverhältnissen kann man schon mit bloßen Augen die Andromedagalaxie als schwaches Lichtfleckchen ausmachen. Sie ist unsere Nachbargalaxie, die sich aus rund 400 Milliarden Sonnen zusammensetzt. Zweieinhalb Millionen Jahre ist das Licht dieser Sonnen zu uns unterwegs. Südlich der Andromeda steht das kleine, aber einprägsame Sternbild Widder. Es setzt sich hauptsächlich aus drei Sternen zusammen, die ein stumpfwinkeliges Dreieck bilden.

Die Sonne wandert entlang dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Die Mittagshöhe nimmt um elf Grad ab, die Tageslänge schrumpft. Am 30. Oktober endet die Sommerzeit. Die Uhren sind um 3 Uhr MESZ auf 2 Uhr MEZ zurückzustellen. Man kann also eine Stunde länger schlummern.

Die Mitteleuropäische Zeit ist die Mittlere Sonnenzeit des Meridians 15 Grad östlich des Nullmeridians, der durch die alte Sternwarte von Greenwich bei London geht. Die Mittlere Sonnenzeit des Nullmeridians gilt als Weltzeit (Universal Time Coordinated = UTC). Die veraltete Bezeichnung Greenwich Mean (Solar)Time (GMT) ist nicht mehr in Gebrauch.

Vollmond wird am 9. um 22.55 Uhr erreicht, wobei der Mond im Sternbild der Fische steht. Zweimal kommt unser Nachbar im All in Erdnähe. Am 4. trennen ihn 369.325 Kilometer von uns, am 29. nur 368.290 Kilometer. Am 17. passiert der Mond seinen erdfernsten Bahnpunkt. Die Distanz Erde - Mond beträgt an diesem Tag 404.328 Kilometer.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa

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