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Sorgen Konzerne für Resistenzen? Pharma-Abwässer in Indien enthalten tödliche Keime

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In den Gewässern rund um die Stadt Hyderabad in Indien konnten Experten sehr hohe Antibiotikawerte feststellen.

(Foto: AP)

In der Nähe indischer Pharmafabriken wird eine hohe Konzentration von Antibiotika im Abwasser festgestellt. Experten nennen die Werte sogar "besorgniserregend". Der Fund legt nahe, dass Pharmafirmen ihre Abfälle nachlässig entsorgen.

In den Gewässern rund um die indische Stadt Hyderabad sind stark erhöhte Antibiotikawerte nachweisbar. Darüber berichten Nord- und Westdeutscher Rundfunk sowie die "Süddeutsche Zeitung". Die Gewässerproben, die im November 2016 in unmittelbarer Nähe von Pharmafabriken entnommen wurden, haben eine teils hundert- oder sogar tausendfach höhere Konzentration von Antibiotika-Substanzen als sie bisher in Grenzwerten vorgeschlagen werden. Die Werte seien nach Angaben eines Experten letztlich nur dadurch zu erklären, dass die dort ansässigen Zulieferunternehmen von international tätigen großen Pharmafirmen Antibiotika-Substanzen mit dem Abwasser entsorgten, berichteten die Medien.

Ein an den Recherchen beteiligter Infektionsmediziner der Leipziger Universität fand in den Proben außerdem auch gefährliche multiresistente Bakterien. Ihm zufolge sei dies "beängstigend", weil diese nicht vor Ort blieben, sondern sich ausbreiteten. Solche Erreger können bei Menschen zu schweren Infektionen führen.

Nach den Informationen der Medien beziehen "fast alle großen Pharmakonzerne in Deutschland" Antibiotika und Pilzmittel aus Hyderabad. Den Bezug von Antibiotika aus der Stadt hätten zwei Konzerne auch schriftlich bestätigt. Die Unternehmen verwiesen auf "die geltenden Standards sowie auf eigene Kontrollen beziehungsweise auf Inspektionen durch die zuständigen Behörden".

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mahnte die Einhaltung international geltender "Industrie- und Umweltstandards" an. Generell müsse gelten, dass "Unternehmen das Wasser nicht mit gefährlichen Stoffen verunreinigen dürfen", so der CDU-Politiker. Über die internationalen Gremien im Wirtschafts- und Umweltbereich müsse darauf hingewirkt werden, dass solche Standards erarbeitet und vor Ort auch kontrolliert würden.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erklärte, die Pharmaunternehmen, die Arzneimittelbestandteile aus Asien einkauften oder dort herstellen ließen, "werden den Bericht zum Anlass nehmen, auf die Einhaltung vereinbarter Umweltrichtlinien stärker einzuwirken". Die Industrie habe aber keinen Einfluss auf die von den jeweiligen Ländern gesetzten Umweltstandards, gab der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer Norbert Gerbsch an.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP/dpa

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