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Tierbeobachtung aus dem All Projekt Icarus nimmt zweiten Anlauf

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Knapp sieben Stunden dauerte es, die für das Icarus-Projekt entscheidende Antenne an der Außenhülle der ISS anzubringen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Problemen beim ersten Versuch wagt das Projekt Icarus zur Tierbeobachtung aus dem All einen zweiten Anlauf. Icarus soll Wissenschaftlern dabei helfen, mehr über das Leben der Tiere zu erfahren. Dafür werden Tiere mit Mini-Sendern ausgerüstet, deren Daten aus dem All ausgelesen werden.

Das deutsch-russische Projekt Icarus zur Tierbeobachtung aus dem All nimmt einen zweiten Anlauf. Eine russische Trägerrakete mit einem für das Icarus-System notwendigen Computer an Bord startete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan in Richtung ISS. Die Rakete soll den Angaben zufolge am Montag an der Internationalen Raumstation ankommen.

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Die Icarus-Sender sind deutlich billiger als Mobilfunkgeräte oder SIM-Karten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich hätte der Computer auf der ISS in rund 400 Kilometern über der Erde schon im Juli funktionieren sollen. Wegen Problemen mit einem Kondensator musste der Computer allerdings wieder auf die Erde zurück. Das Bauteil wurde ausgewechselt. Mit Icarus wollen Wissenschaftler mehr über das Leben verschiedener Tierarten herausfinden. Die Forscher rüsten dafür etwa Vögel mit Mini-Sendern aus und wollen über die Messdaten mehr über deren Leben erfahren. Nach Darstellung des Forschers Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz ist das deutlich ergiebiger und billiger, als die Tiere wie bisher zum Beispiel mit Mobilfunkgeräten und SIM-Karten auszustatten.

Erst kürzlich war ein deutsch-russisches Forschungsprojekt durch hohe Mobilfunkkosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die untersuchten Steppenadler sind grenzübergreifend unterwegs und setzten ihre Nachrichten mit hohen Roaming-Gebühren ab.

An Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) sind unter anderem Roskosmos und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt. Nach Abschluss einer Testphase soll das System voraussichtlich im kommenden Jahr den Wissenschaftlern voll zur Verfügung stehen. Neben der Icarus-Technik sind Kraftstoff, Sauerstoff und technisches Material sowie Weihnachtspakete und Nahrung für die Crew an Bord. Auch ein neues Laufband für die Jogging-Maschine ist Teil der Fracht, damit sich die Raumfahrer fit halten können.

Quelle: ntv.de, yla/dpa