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Montag, 18. September 2006

Alarm im All: Rauch an Bord der ISS

Alarm an Bord der ISS: Nach plötzlich auftretenden Dampfschwaden mussten der deutsche Astronaut Thomas Reiter und seine zwei Mitbewohner in der Internationalen Raumstation ISS Schutzmasken anlegen. Für eine kurze Zeit war sogar ein Feuer in der ISS befürchtet worden - gerade einen Tag nach dem Abdocken des Shuttle "Atlantis" und zwei Tage vor dem Eintreffen einer neuen Langzeitbesatzung und der ersten weiblichen Weltraumtouristin.

Dann gab die Crew aber Entwarnung. Es war wohl eine nur sehr leicht giftige Chemikalie aus einem defekten Sauerstoff-Generator ausgetreten und das Leben der Astronauten war somit zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Die Besatzung habe die Lage unter Kontrolle, sagte NASA-Sprecher Kelly Humphries. Wie er weiter mitteilte, trugen Thomas Reiter sowie seine Kollegen Pawel Winogradow und Jeff Williams einen Mund- und Nasenschutz ähnlich wie Ärzte bei Operationen und während der anfallenden Reinigungsarbeiten auch Schutzhandschuhe. Aber das Anlegen von Sauerstoffmasken sei nicht nötig gewesen.

Dem NASA-Kontrollzentrum in Houston (Texas) zufolge bemerkten die Astronauten einen ungewöhnlichen Geruch und lösten dann Alarm aus. Sie folgten damit einer für mögliche Notfälle festgelegten Prozedur, einem so genannten "Roten Buch". Die drei Astronauten hätten sich vorbildlich verhalten und nie die Ruhe verloren, sagten NASA-Vertreter auf einer Pressekonferenz. US-Medien berichteten davon, dass dies nicht das erste Problem mit dem Sauerstoff-Generator sei.

Weltraumtouristin gestartet

Mit der ersten Weltraumtouristin Anousheh Ansari an Bord war zuvor am Montagmorgen eine russische Sojus-Rakete in Richtung Internationale Weltraumstation ISS gestartet. Die Rakete hob pünktlich um 6.08 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab, wie die russische Flugleitzentrale mitteilte.

Ansari, eine aus dem Iran eingewanderte amerikanische Geschäftsfrau, begleitet die Astronauten Michael Lopez-Alegria (USA) und Michail Tjurin (Russland) in die Erdumlaufbahn. Die neue Langzeitbesatzung wird am Mittwoch auf der ISS erwartet.

Ansari erlebte den Start mit weit aufgerissenen Augen, wie Bilder der US-Weltraumbehörde NASA zeigten. Die weltraumbegeisterte Telekom-Unternehmerin hat für ihren Flug etwa 20 Millionen US-Dollar gezahlt. Vor ihr flogen nur drei männliche Laienastronauten ins All.

Quelle: n-tv.de