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So warm wie in Los Angeles Rekordhitze lässt Antarktis schmelzen

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Satellitenbilder zeigen die schmelzenden Eiskappen zwischen dem 04. und dem 13. Februar 2020.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die sonnigen Strände von Los Angeles und die Eiswüsten der Antarktis können auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein. Anfang Februar herrscht aber an beiden Orten die gleiche Temperatur. Derartige Hitzewellen in der Antarktis bedrohen auch den Menschen.

In der Antarktis haben Wissenschaftler Rekordtemperaturen gleichauf mit Kaliforniens Metropole Los Angeles gemessen. Am 6. Februar seien an der argentinischen Forschungsstation Esperanza Base im Norden der Antarktis 18,3 Grad Celsius gemessen worden, mehr als je zuvor seit Beginn der Messungen dort, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Am selben Tag sei es in der für ihr warmes Wetter bekannten US-Metropole Los Angeles etwa gleichwarm gewesen.

Die Rekordtemperaturen seien Teil einer Hitzewelle in der Antarktis, die etwa die erste Februarhälfte angedauert habe. Satellitenbilder der Nasa zeigten, dass die Hitzewelle große Schneemassen zum Schmelzen brachte. Auf der Insel Eagle Island beispielsweise schmolzen zwischen dem 6. und dem 11. Februar nach Nasa-Angaben insgesamt 106 Millimeter der Schneedecke - 20 Prozent der saisonalen Schneeanhäufung. Zuvor waren bereits zwei Hitzewellen im November und im Januar in der Antarktis gemessen worden.

Laut dem Geologen Mauri Pelto ist ein solch enormes Schmelzen für die Antarktis höchst ungewöhnlich, immerhin sei es der kälteste Ort der Welt. ''Die Hitzewelle ist ein Ergebnis der anhaltend hohen Temperaturen, die bis zum 21. Jahrhundert auf der Erde fast nicht vorkamen. Wetterereignisse wie dieses werden durch die Erderwärmung noch weiter zunehmen'', wird er vom US-Nachrichtensender CNN zitiert.

Die hohen Temperaturen resultieren aus den von Menschen produzierten Treibhausgasen, berichtet CNN weiter. Die Polkappen in der Antarktis schmelzen bereits rapide, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt. Laut der UN-Wetterorganisation WMO bieten die antarktischen Eisplatten genug Wasser, um den weltweiten Meeresspiegel um knapp 60 Meter ansteigen zu lassen, mit verheerenden Auswirkungen für den Menschen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa