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Ronnagramm und Quettabyte Riesige Zahlen erhalten erstmals Namen

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Das jährlich weltweit erzeugte Datenvolumen steigt unaufhörlich - und macht neue Vorsilben für riesige Zahlen notwendig.

(Foto: IMAGO/Alexander Limbach)

Eine 1 mit 30 Nullen - so eine Zahl braucht normalerweise niemand. Dennoch wird ihr offiziell eine neue Vorsilbe verliehen. Insgesamt sogar vier Neuerungen beschließt die Generalkonferenz für Maße und Gewichte. Auch sehr kleine Werte sind betroffen. Nötig macht es das Computerzeitalter.

Wie viel wiegt eigentlich die Erde? Antwort: ein Ronnagramm. Aber auch erst seit ein paar Tagen. Denn erst diese Woche hat die Generalkonferenz für Maße und Gewichte neue Vorsilben für riesige Zahlen festgelegt. Aber auch für sehr winzige. Darunter Ronna, was einer 1 mit 27 Nullen entspricht. Neu ist auch Quetta, eine 1 mit 30 Nullen. Die Vorsilben Ronto und Quecto dienen künftig bei der Verwendung sehr, sehr kleiner Zahlen: Ein Elektron ist in etwa nur ein Quectogramm schwer.

Es ist die erste Einführung neuer Vorsilben für Riesen- und Zwergzahlen durch die Generalkonferenz für Maße und Gewichte seit 1991. Damals wurden Zetta und Yotta für riesige Werte eingeführt, jeweils eine 1 mit 21 und 24 Nullen. Aber hinter Yotta war bisher Schluss. Doch seitdem hat sich eine Menge getan - etwa im Bereich der Computer.

Wildwuchs bei gigantischen Zahlen

Die Datenwissenschaft sei heute die treibende Kraft hinter den neuen Vorsilben, sagte Richard Brown, Metrologe am britischen National Physical Laboratory dem Magazin "Nature". Das jährlich weltweit erzeugte Datenvolumen habe bereits die Zettabyte-Grenze erreicht. Und in den 2030ern dürfte die Yottabyte-Grenze fallen. Eine Regelung, wie Zahlen ab 1000 Yottabyte zu nennen sind, gab es bisher nicht - es kursierten aber inoffizielle, uneinheitliche Vorschläge: wie etwa Hella und Bronto.

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Doch dies sei zum Problem geworden, so Brown. Denn die Symbole für Hella und Bronto - h und b - werden im metrischen System bereits für andere Einheiten oder Vorsilben verwendet: h steht zum Beispiel für Hekto, also Hundert, und H für Henry, die Einheit der Induktivität. Das ist der Hauptgrund, warum sie nicht als formale Begriffe gelten können, sagte Brown.

Die einzigen Buchstaben, die noch nicht für Maßeinheiten verwendet worden waren, waren R und Q. Zudem enden Vorsilben, die große Zahlen beschreiben, in der Regel auf a - wie etwa Mega. Und solche, die sehr kleine Zahlen beschreiben, enden auf o. So kam es also zu Ronna und Quetta sowie Ronto und Quecto. Allerdings sind damit alle Buchstaben des Alphabets verbraucht - was also als Nächstes kommt, wenn weitere Riesen- und Zwergzahlen beschrieben werden müssen, steht noch in den Sternen.

Quelle: ntv.de, kst

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