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Die Materie des Sterns sammelt sich auf einer Scheibe um das Schwarze Loch, bevor sie hineinfällt (künstlerische Darstellung).
Die Materie des Sterns sammelt sich auf einer Scheibe um das Schwarze Loch, bevor sie hineinfällt (künstlerische Darstellung).(Foto: dpa)
Donnerstag, 14. Juni 2018

Einmalige Beobachtung: Riesiges Schwarzes Loch zerreißt Stern

Ein Stern kommt einem gigantischen Schwarzen Loch zu nahe und wird von ihm in Stücke gerissen. Erstmals beobachten Forscher direkt, wie dabei Materie mit einem Strahl ins All geschleudert wird. Diese erreicht dabei unvorstellbar hohe Geschwindigkeiten.

Ein internationales Forscherteam hat verfolgt, wie ein gigantisches Schwarzes Loch einen Stern zerreißt und einen Teil davon in einem scharfen Strahl in den Weltraum schleudert. Zum ersten Mal habe man die Entstehung und Ausbreitung eines solchen Materie-Jets eines supermassiven Schwarzen Lochs direkt beobachtet, erläutern die Wissenschaftler um Seppo Mattila von der Universität Turku in Finnland und Miguel Pérez-Torres vom Astrophysikalischen Institut von Andalusien in Spanien. Der Materie-Jet schießt mit rund einem Viertel der Lichtgeschwindigkeit ins All hinaus, wie die Astronomen im Fachblatt "Science" berichten.

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Die Forscher hatten für ihre Untersuchung Beobachtungsdaten von zahlreichen Observatorien aus mehr als zehn Jahren ausgewertet. Ursprünglich hatten sie nach Supernova-Sternexplosionen in einem Paar kollidierender Galaxien gefahndet und dort 2005 einen hellen Strahlungsausbruch registriert. Erst sechs Jahre später zeigte sich 2011, dass es sich bei dem Ausbruch nicht um eine Supernova handelte, sondern dass offensichtlich ein Schwarzes Loch mit der Masse von 20 Millionen Sonnen einen Stern zerrissen hatte, der ihm zu nahe gekommen war.

Die Materie des Sterns sammelt sich bei so einem Ereignis auf einer Scheibe um das Schwarze Loch, bevor sie hineinfällt. Ein Teil der Materie wird jedoch in zwei eng gebündelten Jets senkrecht zur Scheibe ins All geschleudert. "Niemals zuvor konnten wir die Entstehung und Entwicklung eines Jets von einem solchen Ereignis direkt beobachten", betont Pérez-Torres in einer Mitteilung des US-Radioastronomie-Observatoriums, dessen Instrumente an der Beobachtung beteiligt waren.

Virtuelles Riesenteleskop verwendet

Um das Ereignis in der rund 150 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie mit der Katalognummer Arp 299 mit ausreichender Detailschärfe beobachten zu können, hatten die Forscher unter anderem Tausende Kilometer voneinander entfernte Radioteleskope zu einem virtuellen Riesenteleskop zusammengeschaltet.

Jet und Scheibe leuchten hell auch im Bereich der Radiowellen, die von der umliegenden Materie in der Galaxie kaum geschluckt werden. Erst 2011 war der Jet jedoch so weit gewachsen, dass er in den irdischen Teleskopen bemerkbar wurde. Die weitere Beobachtung in den folgenden Jahren zeigte dann, wie sich der Jet ausdehnte und bestätigte damit, dass es sich bei dem Ereignis nicht um eine Supernova-Explosion handelte. Die Astronomen hoffen, aus der Beobachtung dieses und möglicher weiterer derartiger Ereignisse mehr über die bislang nicht im Detail verstandene Entstehung von Jets bei solchen supermassiven Schwarzen Löchern zu lernen.

Quelle: n-tv.de