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Sojus-Kapsel angedockt Roboter kann mit Arbeit auf ISS beginnen

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Hochentwickelt und bereit für den Einsatz im All: Roboter "Fedor" wird auf der ISS für seine Aufgaben trainiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er ist eine menschenähnliche Maschine, hat einen eigenen Twitter-Account und hört auf den Namen "Fedor": Nach anfänglichen Komplikationen ist der russische Roboter nun sicher auf der Internationalen Raumstation angekommen.

Beim zweiten Versuch ist eine russische Sojus-Raumkapsel mit einem humanoiden Roboter an Bord an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Das Manöver sei erfolgreich verlaufen, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Am Wochenende war ein erster Andockversuch fehlgeschlagen.

Nach der Nasa bestätigte auch die russische Weltraumbehörde Roskosmos das erfolgreiche Andocken der Sojus MS-14 an der ISS. Die unbemannte Raumkapsel war mit 670 Kilogramm Fracht vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

Außer dem menschenähnlichen Roboter "Fedor" hatte sie wissenschaftliche und medizinische Ausrüstung, Medizin, Lebensmittel und Hygieneartikel für die sechs Besatzungsmitglieder der ISS geladen. Normalerweise fliegen bei solchen Transporten Astronauten mit, dieses Mal sollte aber bei dem unbemannten Flug ein neues Notfallrettungssystem getestet werden.

"Fedor" ahmt menschliche Bewegungen nach

Ein erstes Andockmanöver war am Samstag gescheitert. Der Misserfolg sorgte für Nervosität, weil das russische Weltraumprogramm in den vergangenen Monaten wiederholt Rückschläge erlitten hatte. Um das Andocken noch zu ermöglichen, parkte die ISS-Besatzung eine andere, bereits angedockte Sojus-Rakete um. Laut einem Roskosmos-Vertreter hatte der Fehler beim ersten missglückten Andockversuch bei der ISS gelegen und nicht bei der Sojus-Kapsel.

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"Entschuldigung für die Verspätung. Habe im Verkehr festgesteckt. Bin bereit, die Arbeit fortzusetzen", hieß es nun nach dem geglückten Manöver scherzhaft im Twitter-Konto von "Fedor".

Auf der ISS soll der humanoide Roboter mit der Typennummer Skybot F850 bis zum 7. September lernen, wie er die Astronauten unterstützen kann. Die 1,80 Meter große und 160 Kilogramm schwere Maschine ahmt Bewegungen nach und lernt auf diese Weise menschliche Handlungsabläufe - etwa, um eine Wasserflasche zu öffnen. Auf der ISS soll "Fedor" unter Anleitung des russischen Kosmonauten Alexander Skwortsow trainieren, solche Aufgaben auch in der Schwerelosigkeit zu erfüllen. In Zukunft soll er dann in der Lage sein, riskante Missionen im All zu übernehmen.

Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, die nächste Etappe bei der Weiterentwicklung des Roboters könnten weitere Tests in dem bemannten Raumschiff Federazija sein, das Russland derzeit entwickelt. Auch ein Weltraumspaziergang von der ISS aus sei möglich. "Dafür wurde er geschaffen", sagte Rogosin über "Fedor". "Wir brauchen ihn nicht wirklich innerhalb der Station", fügte der Roskosmos-Chef mit Blick auf die ISS hinzu.

"Fedor" ist nicht der erste Roboter im All. Bereits 2011 hatte die Nasa einen humanoiden Roboter in den Weltraum geschickt. Er wurde 2018 wegen technischer Probleme zurückgeholt. Auch Japan hat seit 2013 einen Roboter auf der ISS. Er kann sogar Gespräche führen - allerdings nur auf Japanisch.

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Quelle: n-tv.de, tro/AFP

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