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Von Kohle-Bagger freigelegt Römisches Donau-Schiff entdeckt

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Viminatium gilt als besonders ergiebige Ausgrabungsstätte - neben dem Schiff wurde dort bereits ein ganzes Amphitheater freigelegt.

(Foto: dpa)

Die römische Provinz Maesia Superio versinkt im Jahr 584 nach einem Angriff im Schlamm der Donau. Noch heute werden dort immer wieder neue archäologische Schätze geborgen. Der jüngste Fund ist ein fast 20 Meter langes Schiff.

Beim Abbau von Kohle in der serbischen Ortschaft Kostolac ist ein Bagger auf ein Flussschiff aus der römischen Zeit gestoßen. Das 19 Meter lange Boot aus Holz ist zu mehr als der Hälfte erhalten und diente den Römern der Garnisonsstadt Viminatium im 3. Jahrhundert dazu, Legionäre und Waren auf der Donau zu transportieren.

"Wir hatten großes Glück", sagte der Archäologe Miomir Korac. Zum Zeitpunkt der Entdeckung des Schiffes im März war in Serbien gerade die Corona-Pandemie ausgebrochen. "Wir schlichen uns praktisch im Stillen auf das Gelände und bargen das Wrack", beschrieb es Korac, der seit mehr als 20 Jahren die Ausgrabungen in Viminatium leitet. In Normalzeiten hätte das Stoppen der Baumaschinen enorme Kosten verursacht.

Der spektakuläre Fund erlaubt Rückschlüsse auf das beachtliche handwerkliche Niveau der römischen Schiffbauer. An dem gut erhaltenen Rumpf ist im Detail zu erkennen, mit welcher Kunstfertigkeit die damaligen Schiffszimmerer aus den Planken den Kiel zu formen wussten. Neben dem großen Schiff wurden im März auch zwei kleinere, kanuartige Boote gefunden. Viminatium gilt auf einer Fläche von 450 Hektar als besonders ergiebige Ausgrabungsstätte.

Die Hauptstadt der römischen Provinz Maesia Superior versank nach ihrer Zerstörung durch einen Awarensturm im Jahr 584 im Schlamm der Donau. Aus diesem Grund wurden über ihr später keine anderen Siedlungen oder Städte errichtet. Archäologen gruben hier in den letzten Jahrzehnten ein Mausoleum, ein Amphitheater, Fresken, Mosaike und Keramiken aus.

Quelle: ntv.de, mba/dpa