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Müllabfuhr mit Harpune und Netz Satelliten sollen Weltraumschrott jagen

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Rund um die Erde ist die Zahl der Flugobjekte und des Mülls in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.

(Foto: picture alliance / ESA/dpa)

Müllentsorgung ist nicht nur auf der Erde wichtig: Rund 8000 Tonnen Weltraumschrott befinden sich im Orbit rund um die Erde. Selbst kleinste Teilchen davon sind für Weltraum-Missionen gefährlich. Satelliten könnten dieses Problem mit Netzen und Harpunen lösen.

Müllabfuhr im Orbit: 8000 Tonnen Weltraumschrott davon fliegen schätzungsweise bereits durchs All, Tendenz steigend. Mit Netz und Harpune könnten Satelliten künftig auf Jagd danach gehen. Ein EU-Projekt unter Leitung der britischen Universität Surrey will diese neuen Technologien nun testen. Dafür startet nun ein Forschungssatellit von der Internationalen Raumstation ISS. Ein Roboterarm schubste ihn dafür aus der Luftschleuse des japanischen ISS-Moduls ins All. In den nächsten Monaten soll er zwei Mini-Satelliten aussetzen und diese mit Netz und Harpune einfangen.

Voraussichtlich im September werde das erste Experiment mit dem Netz starten, sagte Ingo Retat von dem Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space in Bremen, der dieses entwickelt hat. Kameras werden verfolgen, ob sich das halbkugelförmige Netz richtig entfaltet und es gelingt, den Mini-Satelliten einzufangen. Bei einer echten Mission soll die Raumsonde den eingefangenen Schrott über eine Leine einholen und zusammen mit ihm später verglühen.

Ähnlich soll es bei der von Airbus im britischen Stevenage gebauten Harpune ablaufen. Diese aufwendige Methode lohne sich nur bei größeren Objekten, sagte Retat. Ein Beispiel wären tote Satelliten wie der "Envisat" der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Dieser fliegt in einem Orbit, in dem viele Erdbeobachtungssatelliten unterwegs sind. Bei einer Kollision könnten nach Angaben von Retat Tausende Schrottfragmente durchs All fliegen, die wiederum andere Satelliten beschädigen könnten.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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